Teil II: Geschäftsmodelle im Social Commerce

Yieeha – Social Winning

Yieeha ist im Dezember 2006 als Hoffnungsträger der deutschen Social Commerce Szene gestartet und bietet einen spielerischen community-basierten Ansatz um neue Produkte zu entdecken. Dabei stehen nach eigener Aussage der Spass, Emotionalität, Individualität und Kommunikation im Vordergrund. Schaut man sich herkömmliche Online Shopping Portale an, sind diese eher einfach gehalten. Suchen, finden, kaufen. Emotionslos um nicht zu sagen, langweilig. Dies möchte Yieeha ändern. Auf der Plattform haben Onlineshops die Möglichkeit ihre Produkte zu verlosen, um diese bekannter zu machen. User können sich Produkte wünschen und auch selbst wieder verlosen. Dafür erhält man eine virtuelle Währung genannt Yodds und kann mit dieser seine Gewinnchancen bei anderen Spielen erhöhen. Mitmachen ist kostenlos und immer wieder erlaubt. Auf spielerische Art erhält der User somit neue Kaufanregungen und profitiert auch indirekt von den Marketingausgaben der Shops. Gegründet wurde Yieeha von Philipp Schilling (27), Stephan Seyboth (30) und Henning Sievert (26) in ihrer Hamburger Altbauwohnung, die sie liebevoll Homeoffice nennen. Laut Hamburger Morgenpost haben die Gründer bisher 35.000 EUR für die Gründung aus Eigenkapital in Yieeha gesteckt. Damit sind sie bis auf eine Beteiligung eines Softwareunternehmens eigenfinanziert. Derzeit besteht die Gemeinschaft aus ca. 5700 Nutzern und Userwünschen im fünfstelligen Bereich. Topwünsche wie die Nintendo Wii und Sony PS3 sind über 500 mal auf Userwunschlisten zu finden. Täglich laufen bis zu 20 Gewinnspiele aus. Für das weitere Wachstum ist das Gründerteam auf der Suche nach Investoren.

Die Zielgruppe ist jung, dynamisch und individuell. Allerdings nutzen nicht nur Early Adopter den neuen Weg coole Produkte spielerisch zu finden, sondern auch User die eher der Masse zuzuordnen sind. Deshalb glauben die Gründer auch fest an die Massenmarkttauglichkeit ihres Produktes. Die Monetarisierung des Geschäftsmodells ist vor ein paar Monaten angelaufen wie Sebastian und Phillipp im Gründerszene Interview erläutern. Instrument ist ein Ansatz der Geld in Form von klassischen Affiliateerlösen bzw. Provisionen von den jeweiligen Onlineshops bringen soll. Monetarisierung steht derzeit allerdings nicht im Vordergrund. Vorerst soll die Plattform wachsen. Das bisherige Wachstum erfolgte ausschließlich über die Viralität der Plattform. Die persönliche Empfehlung und der Wow-Effekt beim Kauf von Produkte sind die treibenden Faktoren für ein richtiges Social Shopping Erlebnis. Yieeha bietet dabei den Usern nicht nur jede Menge Spass, sondern ist ihren Shops auch behilflich, mit einer begeisterten Community selber Teil des Social Commerce zu werden. Und davon profitieren alle Beteiligten.

Yieeha in Zahlen:

Gründung: April 2006 (Ltd & Co KG)
Launch: Dezember 2006
Gründer: 3
Mitarbeiter: 0
Investoren: auf der Suche
Kunden: 5700
Produkte: fünfstelliger Bereich

Google Treffer: 141.000
Technorati: 232

Bisher erschienene Artikel der Serie:

Teil I: Vom E-Commerce zum Social Commerce

Teil II Geschäftsmodelle im Social Commerce:
Dealjaeger – Menschlicher Preisvergleich
Dawanda – Individualität für Alle
Tradoria – The Longtail Pionier
Ecato – Der Produktbaukasten für den Social Commerce

[Marko]