Teil II: Geschäftsmodelle im Social Commerce
Edelight – Geschenkempfehlungen von Mensch zu Mensch
Begonnen hatte alles mit einer Idee Anfang 2006 in einem kleinen Stuttgarder Gründerkeller. Die drei Gründer Peter Ambrozy, Steffen Belitz und Tassilo Bestler waren auf dem Weg eine Plattform für Geschenke zu schaffen, die sich nicht herkömlicher Suchmechanismen als Grundlage für Geschenkempfehlungen bediente, sondern bei der die Nutzer selber den Ton angeben würden. Edelight definiert sich selber als Social Shopping Community für Lieblingsprodukte, Geschenkideen und Wünsche. Auf Edelight können Menschen Produkte die sie selber gut finden empfehlen, sich mit Gleichgesinnten vernetzen und anderen damit die Kaufentscheidung erleichtern. Für Empfehlungen aus einem der Partnershops bekommen Nutzer sogennante Dankeschönprovisionen im Falle eines Kaufes. Diese Provision beträgt 50% von der Edelight Provison für das Produkt. Mit dieser Art des Revenuesharings übernahm das Startup Anfang diesen Jahres eine Vorreiterrolle unter den Social Shopping Plattformen. Nach einer Anfangs eher skeptischen Grundhaltung von vor allem größeren Shoppartnern schien sich das Blatt zu wenden und das Interesse neuer Partnershops ging sogar gezielt auf das Provisionsmodell. Auch das Geschäftsmodell und die Einstellung in den Köpfen der Gründer zielten konzeptionell von Anfang an auf eine offene Einstellung ohne jegliche Barrieren. Geld verdient Edelight mit Verkäufen aus dem Sortiment der Partnershops. Denoch war und ist es Peter und seinem Team wichtig, dass Jeder jedes Produkt empfehlen kann. Auf diese Weise ist eine Geschenke- und Ideenvielfalt möglich, die den spannende Bereich des Social Shopping ermöglicht und fördert.
Dass das Stuttgarder Team in Sachen Innovation gut drauf ist, haben sie nicht nur in ihrem konsequent zu Ende gedachten Ansatzes des Social Shopping bewiesen, sondern auch durch ihre Experimentierfreudigkeit. So starteten sie bereits im August 2006 den ersten mir bekannten Gründerblog der ausführlich über die Entwicklung bis zum Start berichtete. Finanzierung, Produktentwicklung, HR und vieles andere. Mit Sicherheit hatte diese Art der Berichterstattung im Vorfeld schon einiges an Aufmerksamkeit gebracht. Denoch ist es nicht einfach, die Empfehlungen der Massen zu kontrollieren. Das musste Edelight am eigenen Leibe in Form einer Abmahnung erfahren. In diesem Fall ging es um eine Userempfehlung deren Wortmarke von einer anderen Person geschützt wurde. Im Gegenzug reagierte Edelight mit einer negative Feststellungsklage die klären sollte, ob Abmahnungen dieser Art gegenüber Social Shopping Plattformen überhaupt gerechtfertigt wären. Der Anwalt des Startups, Dr. Carsten Ulbricht bezeichnete den Fall sogar als von grosser Bedeutung für alle Geschäftsmodelle aus dem Bereich des Social Commerce. Das Ergebnis der Verhandlungen verlief denoch positiv und dürfte zukünftigen Abmahnungsbetroffenen Mut geben.
Die Zielgruppe von Edelight sind shopping- und internetaffine User, sowie Produktsuchende im Allgemeinen. Das gute monatliche Wachstum wurde bisher durch PR und virales Marketing erreicht. Hatten sich das Unternehmen vor dem Start und in den ersten Monaten noch selber finanziert, beteiligte sich das Medienhaus Burda im Juni an der Geschenkeplattform. Inzwischen gibt es sogar schon einen Sprößling aus dem eigenen Hause und macht Edelight damit zum Multistartup. Bei Justaloud geht es um das Endecken und Fördern von Nachwuchskünstlern und deren Musik. Die Zukunft wird zeigen ob sich das Startup ähnlich erfolgreich entwickelt wie Edelight. Für gute Unterhaltung in Form von Musik ist zwischenzeitlich ja gesorgt.
Edelight in Zahlen:
Idee: Januar 2006
Launch: Dezember 2006
Gründer: 3
Mitarbeiter: 7 Festangestellte (+ 6 Freelancer + 4 Praktikanten + 1 Werkstudenten + 5 Justaloud)
Investoren: Burda
Nutzer: aktuell 200.000 pro Monat
Empfehlungen: ca. 17.000
Google Treffer: 247.000
Technorati: 219
Bisher erschienene Artikel der Serie:
Teil I: Vom E-Commerce zum Social Commerce
Teil II Geschäftsmodelle im Social Commerce:
Dealjaeger – Menschlicher Preisvergleich
Dawanda – Individualität für Alle
Tradoria – The Longtail Pionier
Ecato – Der Produktbaukasten für den Social Commerce
Yieeha – Social Winning
Hitflip – Die Soziale Medientauschbörse
[Marko]

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Des Verständnis halber sollte Gründerszene konsequent zwischen Usern/Nutzer und Besuchern unterscheiden. Bei einem Social Network sind User/Nutzer die registrierten Menschen, bei einem Social Shopping Portal (welches logischerweise ohne Registrierung nutzbar ist) Besucher. Besucher können auch Nutzer sein, dann wiederrum hat StudiVZ aber um die 98Millionen User statt bekannten 3Mio.
Bitte entweder genauer formulieren oder eine genaue Definition schaffen :)
Ansonsten super Beitrag. Edelight ist ein super Portal, Peter, Tassilo und der Rest des Teams sind echt klasse und ich drücke ihnen alle Daumen, Zehen und sonstwas, das es ein riesen Erfolg wird :)
[...] die haben es drauf, geizig bis zum Anschlag, gewiefte Geschäftsnasen und fleißig noch dazu. Gründerszene berichtet über Edelight.de, das social commerce Startup aus dem Schwabenländle. Anbei die Eckdaten ohne Umsatz: Idee: Januar 2006 Launch: Dezember 2006 Gründer: 3 Mitarbeiter: 7 Festangestellte (+ 6 Freelancer + 4 Praktikanten + 1 Werkstudenten + 5 Justaloud) Investoren: Burda Nutzer: aktuell 200.000 pro Monat Empfehlungen: ca. 17.000 Google Treffer: 247.000 Technorati: 219 Zugegeben, damit kann man nicht abschätzen, ob sich ein geschäftlicher Erfolg abzeichnet oder nicht, jedoch sind diese Trafficdaten für eine moderne Form von eCommerce in D, das sich wahrlich nicht durch experimentierfreudige User auszeichnet, nicht mal so schlecht. Aber beim versprochenen Redesign bzw. Relaunch lassen sie sich etwas mehr Zeit als geplant. Bin gespannt, was das wird. [...]
[...] Peter Ambrozy habe ich endlich auf der OMD in Düsseldorf einmal kennengelernt. Zusammen mit Steffen Belitz und Tassilo Bestler hat er die Geschenke und Empfehlungsplatform edelight im letzten Jahr gegründet. Im Rahmen der Social Commerce Analyse habe ich das Geschäftsmodell schon näher beleuchtet. Mitte des Jahres beteiligte sich Burda an dem Stuttgarter Startup. Im Interview geht Peter noch einmal genauer auf bestimmte Features ein und erläutert auch was wir spannendes nach dem kommenden Relaunch erwarten dürfen. Peter und sein Team unterstützen auch gern Teams mit guten Ideen wie das aktuelle Projekt mit justaloud zeigen. Wer Ideen hat kann damit gern an ihn herantreten und es wird sich zeigen ob dieser selbst oder mit seinem Netzwerk helfen kann. Denn eines hat er wirklich: Ein Herz für Gründer [...]