Der Wettbewerb bei den Studentennetzwerken ist längst entschieden und von vielen Leuten neidisch aufmerksam verfolgt.

Warum dann nicht 1 & 1 zusammen zählen, das StudiVZ-Erfolgskonzept auf eine neue Zielgruppe übertragen und damit schnell reich werden?

Warum dann nicht auch den Schülern „ein Sprachrohr geben um ihre bildungspolitischen Interessen zum Ausdruck zu bringen“?

Das haben sich fast zeitgleich neben dem Platzhirschen StudiVZ und den Rivalen von Unister auch noch einige andere Gründer gedacht. Seit Ende 2006 wird jetzt auch unter Schülern „angestupst“, „geflüstert“ und „gegruschelt“…

Von verschiedenen Seiten wurden einige Netzwerke bereits vor allem unter „Jugendschutz“- (Robert) bzw. „Wettbewerbsverhalten“-Aspekten (Karsten) diskutiert.

Aus unternehmerischer Sicht stellt sich mir vor allem die Frage wer das Rennen machen wird bzw. eventuell schon gemacht hat und welche Erfolgsfaktoren hierbei eine Rolle spielen.

Näher betrachtet und interviewt habe ich daher die folgenden Kandidaten:

Ausserdem gibt es beispielsweise noch:

  • mystubz.de (15. Februar)
  • Schuelernetz.de (Domain steht mittlerweile schon zum Verkauf.)
  • Haefft.de (klassische Community)

Der Markt allgemein betrachtet:

Die Anzahl der Schüler ist mit ca. 12 Millionen deutlich höher als die der Studenten. Die Schülernetzwerke zielen hierbei auf die Klassen 5-13 ab. Vor dem Markteintritt der oben genannten Netzwerke gab es bereits einige „klassische“ mittelgroße Communities (z.B. haefft.de), die jedoch nur einen kleinen Teil der Schüler erreichten. Eine spezielle Herausforderung stellt die Minderjährigkeit der meisten Nutzer dar. Außerdem besitzen Schüler anders als Studenten größtenteils nur lokale Kontakte. Hierdurch wird die räumliche Marktdurchdringung erschwert.

Die Grundmotive der Schüler ein Online-Netzwerk zu nutzen sind aber ähnlich:

  • Selbstdarstellung
  • Kommunikation mit bestehenden Freunden
  • Finden und Kennenlernen neuer Leute (Insbesondere auch Flirten ohne den Zwang einer expliziten „Kontaktbörse“)

Differenzierung, Strategie und Background der Netzwerke

Insgesamt ähneln sich die Wettbewerber sehr stark. Kleine Unterschiede sind aber vorhanden:

Schuelerprofile.de

Schuelerprofile.de versucht sich lt. eigener Aussage vor allem durch die Integration von Plattformen für Bands zu differenzieren (Myspace läßt grüßen ;-) ). Beim Marketing setzt man neben Google-Adwords auch verstärkt auf materielle Anreize für die Schüler. (I-Pods und Klassenfahrten für fleissige User). Das Budget hierfür stammt von der Muttergesellschaft, die auch bereits einiges Geld in den Wettbewerb auf dem Studentenmarkt gesteckt hatte. (Unister.de) Zumindest einen Teil des Programmieraufwands mußten sie nicht abschreiben, da sich der Funktionsumfang stark ähnelt…

Spickmich.de

Spickmich.de wurde von 3 Kölner Studenten gegründet und stellt das Feature „Lehrer bewerten“ stark in den Vordergrund. Durch das provokante Thema konnten auch recht beachtliche Medienresonanzen (z.B. Bild, RTL …) erzielt werden. Außerdem möchte man sich lt. Gründerteam neben user generated content auch verstärkt durch eigenen Content differenzieren. Bisher komplett eigenfinanziert.

SchuelerRG.de

Ist Anfang Dezember als Erster gestartet, konnte aber nur lokal in der Heimatstadt (Mainz) durch Kontakte der Gründer schnell wachsen. Aufgrund der geringen regionalen Vernetzung der Schüler hilft dies allerdings überregional nicht viel weiter. Die Gründer arbeiten mittlerweile auch nicht mehr aktiv an der Verbesserung und Vermarktung des Netzwerkes. Stattdessen werkelt man beim SchuelerRG bereits an neuen (verwandten) Geschäftsideen…

Schueler.cc

Von einigen bundesweit verstreuten Studenten gegründet, die bereits ein paar Plattformen (u.A. Stimmenplanet.de ) aufgezogen haben. Über die vorhandenen Plattformen ist lt. Aussage der Gründer auch fast die komplette Werbung gelaufen. Inhaltlich ist zumindest keine wesentliche Differenzierung gegenüber den Wettbewerbern zu erkennen. Schueler.CC ist komplett eigenfinanziert.

SchuelerVZ.de

Das SchuelerVZ befindet sich seit Mitte Februar in der „Alpha-Phase“, in der man nur auf Einladung eines Mitglieds beitreten kann. Zum Start der Plattform wurde ausserdem auf die User-Basis des StudiVZ zurückgegriffen: „Ladet Eure Geschwister ins StudiVZ ein“. Inhaltlich gibt`s nicht viel Neues im Vergleich mit den Wettbewerbern oder dem StudiVZ. Nach Aussage von Pressesprecher Julian Artope legt man dafür großen Wert auf die bestehenden Kooperationen mit Lehrer- und Elternverbänden und den Jugendschutz. Weniger zimperlich ist das SchuelerVZ beim Marketing wo mit einigen Guerilla-Aktionen recht viel Wirbel verursacht wurde. Nimmt man allein die Benutzerzahlen zum Maßstab (und läßt die Ressourcen- und Verbundvorteile außer Acht) scheint die Marketing-Strategie aber aufzugehen…

Im nächsten Teil folgt die Entwicklung der Userzahlen im Zeitablauf sowie die Aufdeckung der Erfolgsfaktoren des Marktes.