Die_Höhle_der_Löwen

Startup-Casting war Quotenbringer für Vox

Tragbare Toiletten, ein esoterisches Kartenspiel und Kaffee aus der Ghostbuster-Maschine: Die „Höhle der Löwen“ auf Vox war vor allem Treffpunkt für Typen mit schrägen Ideen. Insgesamt 57 Startups stellten sich in der Sendung, die in den vergangenen neun Wochen immer am Dienstagabend um 20.15 Uhr lief, den fünf Investoren. Wie viele Pitches insgesamt aufgezeichnet wurden, wollte Vox gegenüber Gründerszene nicht verraten. Die Dreharbeiten jedenfalls erstreckten sich über 21 Werktage, wie Jochen Schweizer kürzlich ausplauderte.

Zwischen sechs und acht Startups bekam der Fernsehzuschauer in jeder Folge zu sehen. Das Schema war strikt: Für jeweils zwei Startups pro Folge gab es die erhoffte Kapitalspritze. Alle anderen gingen leer aus.

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Zwei Investments pro Folge, das macht 16 vermeintlich bezuschusste Jungunternehmen, weil im Staffelfinale keine Deals abgeschlossen wurden. Die dominierende Branche: Essen und Trinken. Zwölf der 57 Startups verfütterten ihre Produkte an das Investoren-Rudel. Mit Stockbrot oder indischer Tiefkühlkost buhlten die Kandidaten um die Gunst potenzieller Geldgeber. Ebenfalls ganz vorne mit dabei: Schuhe und Mode – vermutlich weil sie sich im Fernsehen besonders gut präsentieren lassen. Immerhin: Sechs der 57 Startups kamen aus dem Online-Bereich.

Etwas über 1,9 Millionen Euro versprachen die Investoren den 16 Unternehmen. Mindestens 525.000 Euro davon haben die Gründer allerdings nie erreicht: Der Locca-Deal platzte, weil es Probleme mit dem Quellcode gab. Die Gründer der Autoreinigung MyCleaner konnte sich im Nachhinein doch nicht mit dem Angebot von Judith Williams anfreunden; die Investorin wollte mit Abdula Hamed und Slawa Kister gleich ein neues Reinigungsmittel-Unternehmen gründen. Wie in Folge neun bekannt wurde, ist auch beim Wein-Startup Le Petit Raisin noch kein Investment angekommen. Im Falle des Bommelmützen-Produzenten Twinkle Kid einigten sich die Beteiligten auf einen Kredit, wie Deutsche Startups berichtete. Ein Beteiligungsverhältnis kam nie zustande. Dem Gründer-Paar waren ursprünglich 90.000 Euro zugesichert worden.

Mindestens 730.000 Euro bekamen die Startups von den Investoren im Anschluss tatsächlich überwiesen. Bei Meine Spielzeugkiste etwa verdoppelte Frank Thelen nach der Show seinen investierten Betrag nach der Aufzeichnung sogar. Damit gab es für das Berliner Unternehmen von Thelen und Jochen Schweizer insgesamt 300.000 Euro. Auch bei CrispyWallet, BeliLuu, MusicWorks, MyLovesong und HipTrips steht fest: Die Gründer erhielten das Kapital, das die Investoren ihnen in der Show in Aussicht gestellt hatten.

Auch wenn einige Deals im Nachhinein geplatzt sind und viele Gründer komplett leer ausgingen, für Vox hat sich die Show allemal gelohnt: Zwischen 1,7 Millionen und 2 Millionen Zuschauer schalten bei jeder Folge ein. Die achte Folge am 7. Oktober brachte die meisten Zuschauer. Insgesamt 2,07 Millionen Deutsche ab drei Jahren sahen die Folge. Die geringste Zuschauerzahl erzielte die zweite Episode am 26. August. Hier sahen nur 1,71 Millionen Zuschauer zu.

Alle Zuschauerzahlen und Quoten im Überblick:

  • Folge 1: 1,80 Millionen Zuschauer (8,4 Prozent Marktanteil 14- bis 59-Jährige)
  • Folge 2: 1,71 Millionen Zuschauer (8,7 Prozent Marktanteil)
  • Folge 3: 1,75 Millionen Zuschauer (8,4 Prozent Marktanteil)
  • Folge 4: 1,77 Millionen Zuschauer (8,6 Prozent Marktanteil)
  • Folge 5: 1,89 Millionen Zuschauer (9,7 Prozent Marktanteil)
  • Folge 6: 1,83 Millionen Zuschauer (9 Prozent Marktanteil)
  • Folge 7: 1,87 Millionen Zuschauer (8,9 Prozent Marktanteil)
  • Folge 8: 2,07 Millionen Zuschauer (9,5 Prozent Marktanteil)
  • Folge 9: 1,89 Millionen Zuschauer (8,5 Prozent Marktanteil, vorläufig gewichtet)

Nach dem großen Quoten-Erfolg verkündete der Sender bereits, dass es 2015 eine zweite Staffel geben wird.

Bild: Vox