Digital Ocean Startup Data Center

Die Deutschen und ihre Daten. Man weiß in hiesigen Landen ja bekanntlich sein digitales Ich gerne auf Heimatboden sicher. Damit die NSA möglichst nicht alles mitbekommt. Das will sich nun der New Yorker Infrastrukturanbieter Digital Ocean zu Nutze machen und eröffnet heute ein eigenes Datencenter in Frankfurt.

Besonders schnell und modern soll es sein, versichern Mitgründer Mitch Wainer und COO Karl Alomar gegenüber Gründerszene, außerdem liege es am bestangeschlossenen Knotenpunkt in Europa. Und das Angebot soll sich direkt an Startups und Webentwickler richten.

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In Berlin entwickle sich eine sehr kreative Entwickler-Szene, betonen Wainer und Alomar im Gespräch mit Gründerszene – die wolle man als Kunden gewinnen. Den Infrastrukturanbieter wechsle man nicht so schnell – wer also im frühen Stadium überzeugt, könne den Kunden oft über viele Jahre hinweg halten. Die zur Verfügung gestellte Infrastruktur könne auch mitwachsen, womit dem mitunter schnellen Wachstum in der Szene Rechnung getragen werde. Digital Ocean richtet sein Angebot besonders an SaaS- und Big-Data-Startups. Aber auch WordPress-Installationen und das Hosting für andere Dienste bietet das Unternehmen an.

Gestartet wurde Digital Ocean im Jahr 2012 von Ben and Moisey Uretsky, kurz darauf kamen Jeff Carr, Alec Hartman und Mitch Wainer als Mitgründer hinzu. Das Geld für den Start hatten die Uretsky-Brüder von früheren Aktivitäten als Hosting-Anbieter mitgebracht.

An Kapital mangelt es Digital Ocean auch nicht. Vor gut einem Jahr beteiligte sich Andreessen Horowitz, der Crunchfund und IA Ventures mit 37 Millionen US-Dollar an dem Unternehmen. Hinzu kommt eine Kreditlinie über 50 Millionen Dollar, die zum Kauf der notwendigen Hardware dienen solle. 140 Mitarbeiter hat Digital Ocean derzeit, Ende des Jahres sollen es rund 200 sein, verrät COO Alomar.

Der Wettbewerb im Bereich der Cloud-Anbieter ist hoch. Neben den internationalen Schwergewichten Amazon, Google und Microsoft, die allesamt längst spezielle Angebote für Startups haben, sehen Alomar und Wainer insbesondere Hetzner und die United-Internet-Tochter 1&1 als Konkurrenten. Denen gegenüber will sich Digital Ocean durch eine bessere Customer Experience und durch eine moderne Technik absetzen. Alte Festplattentechnik suche man bei allen Rechenzentren vergeblich. Stattdessen setzt Digital Ocean auf SSDs. Insgesamt unterhält das Unternehmen nun zehn Rechenzentren, in Europa neben dem nun eröffneten in der hessischen Metrolope zwei weitere in London und Amsterdam.

Bild: Digital Ocean