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Die 4 wichtigsten Trends im digitalen Storytelling

191 Milliarden E-Mails wurden im Jahr 2014 weltweit verschickt. Doch überfordert ist der heutige Internet-User schon längst nicht mehr, sondern hat sich laut BITKOM an die Menge der Daten und Infos aus dem Netz gewöhnt. Es werden nur noch die Inhalte herausgefiltert, die auch wirklich von eigenem Interesse sind. Gleichzeitig eine große Chance und Herausforderung für alle Content-Creators, ihr Publikum mit ihren Botschaften auch wirklich zu erreichen.

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Storytelling ist hierbei schon seit längerer Zeit das Stichwort, doch einfach nur interessante Geschichten, maßgeschneidert auf die quantitativ analysierte Zielgruppe, reichen 2015 nicht mehr aus. Auch digitales Storytelling muss mit den Trends von heute und morgen mithalten:

1. Weniger ist mehr

Sag es schnell und sag es laut! Schließlich sprechen wir mit der Generation „always on“, immer online, immer vernetzt. Das erfreut webbasierte Unternehmen, aber dieses Phänomen hat auch seine Schattenseiten. So fällt die Aufmerksamkeitsspanne des typischen Internetnutzers rapide mit der steigenden Nutzung von Smartphones und Tablets. Er genießt ständigen Zugang zu allen Informationen und erwartet sofortige Belohnung und schnelles Feedback.

Doch wie erzählt man seine Unternehmensgeschichten und hält gleichzeitig die Zielgruppe bei Laune, die nur einen Klick von der nächsten Seite, dem nächsten Post, Artikel oder Tweet entfernt ist? Die Antwort liegt im Storytelling selbst, in der Erfolgsformel Hook – Hold – Payoff. Denn gute Stories brauchen keine langen Reden, nur klare Botschaften.

Ein amüsierendes Beispiel für Micro-Content, das zeigt, dass ein hohes Budget nicht immer notwendig ist, ist die Promoseite für das Buch „What the F**k should I eat for dinner?“ Ein schwarz-weißes, schlichtes Theme, eine klare, interaktive Message, vom Ton her passend zum Buch und nicht zu vergessen, ein kleiner Call-to-Action. Gute Micro-Sites schaffen mit wenigen Mitteln viel Interaktion.

2. Mit visuellem Storytelling einen Zahn zulegen

90 Prozent der an unser Gehirn weitergeleiteten Informationen sind visuell. Bilder werden von unserem Gehirn 60.000 Mal schneller verarbeitet als Text. Waren kreative, visuelle Inhalte bisher nur Teams mit großem Budget vorbehalten, ist es heutzutage einfacher denn je, visuellen Content kostengünstig oder selbst herzustellen.

Tools wie Picmonkey, Ease.ly, Adobe Voice oder PowToon für Bildbearbeitung, Design, Infografiken und -videos, sind in der Grundversion sogar komplett kostenlos. Auch die Pro-Accounts belasten das Budget nicht wirklich. Ausführliche Videos sind hierbei eine ganz andere Nummer, da sie viel mehr Zeit- und Geldaufwand bedeuten.

Für Startups liegt die große Chance deshalb in Micro-Videos, in denen sogar in sechs bis 15 Sekunden via Snapchat oder Instagram die Zielgruppe mit den Unternehmensbotschaften unterhalten werden kann. Wunderbare Beispiele präsentiert Oreo Cookies, mit einer Mischung aus einfachen und simplen Rezept-Ideen und Behind-the-Scences-Clips, ansprechend aufbereitet.

3. Storytelling + Crowdfunding = Erfolg

2014 hat gezeigt, dass in der Finanzierung über die Massen viel Potenzial und großes Wachstum steckt. Allein in Deutschland kamen in den ersten drei Quartalen des letzten Jahres über sechs Millionen Euro zusammen, ein Zuwachs um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für viele junge Unternehmer ist Crowdfunding nicht einfach nur eine spannende Art der Finanzierung, sondern eine wichtige Art der Publicity.

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Was braucht es, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erreichen, es zu begeistern, zum Teilen und Mitmachen zu bewegen und so seiner Zielsumme immer näher zu kommen? Man kann es ahnen: Eine gute Story. Wer hier zum Story-Master wird, wird auch der Crowdfunding-Master. Startups, die sich auf emotionaler Ebene mit der Crowd verbinden und gut darstellen, wie ihr Produkt das Leben der User verbessert, steuern meist sicher in Richtung Erfolgskurs.

Und auch hier kommt man nicht am visuellen Storytelling mit Videos, Bildern und Infografiken vorbei. Es gibt eine Vielzahl an positiven Beispielen der Massenfinanzierung, doch ein erfolgreiches, kürzlich abgeschlossenes Projekt ist Mousr, das mit seiner kreativen und persönlichen Art der Präsentation auf Kickstarter zahlreiche Backer überzeugen konnte.

4. Mehr Macht dem Nutzer

Storytelling ist seit Jahrtausenden die wichtigste Form des Lernens und der Kommunikation zwischen Menschen, um unser Wissen, unsere Erinnerungen, Werte und Freude weiterzugeben. Social Media macht aus uns allen Geschichtenerzähler. Die Sozialen Netzwerke spielen deshalb in allen Unternehmen in Bezug auf ihre Unternehmensidentifikation und ihr Image eine wichtige Rolle.

Der User von heute prüft ständig seine Nachrichten, E-Mails, Facebook-Neuigkeiten und Tweets und dementsprechend hat sich auch sein Kundenerlebnis weiterentwickelt. Der Nutzer hat die Möglichkeit und erwartet auch die Freiheit, die eigenen Erfahrungen je nach Bedürfnis und Vorlieben mitzugestalten. Genau dies ist die wichtigste Bedeutung des Storytelling-Trends: Die Chance, seinem Publikum die Macht und Gelegenheit zu geben, die Unternehmens-Story in seinen eigenen Wörtern und Handlungen weiter zu tragen.

Deshalb spielen interaktive Inhalte 2015 so eine bedeutsame Rolle. Die digitalen Enthusiasten wollen nicht mehr einfach nur konsumieren, sondern die Inhalte aktiv mitgestalten. Sie wollen auch nicht mehr gesagt bekommen, was sie verwenden oder kaufen sollen, sondern Stories erleben und die Entscheidungen selbst treffen.

Wenn digitales Storytelling persönlich und kreativ gestaltet ist, kann eine emotionale Beziehung zur Marke aufgebaut werden. Die Möglichkeiten der Personifizierung können sich durch Storytelling weiter entwickeln. Für Unternehmen beginnt in diesem Jahr so ein neues Kapitel der Brand-Kommunikation, auf das sie sich freuen sollten!

Bild: Mashup Communications