Bilder sind stärker als Worte: Instagram-COO Marnie Leviere auf der DLD

Über den Mangel an Risikokapital in Europa beklagte sich am gestrigen ersten DLD-Konferenztag Oliver Samwer. Doch es fehlt nicht nur das Geld: „Wir haben einen Mangel an Talenten – nicht nur im technischen, sondern auch im Business-Bereich“, verkündete Florin Talpes, CEO des Sicherheitssoftware-Anbieters Bitdefender, am zweiten DLD-Tag auf einem Panel über Entrepreneurship in Europa. „Wenn man eine Finanzierung bekommt, ist die Expansion meist der nächste Schritt, und dafür fehlt oft das Wissen.“ Startups sollten deshalb von großen Konzernen lernen.

Eine Lösung dafür will die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes mit ihrer Initiative StartupDelta in den Niederlanden schaffen: „Wir arbeiten an Innovationen gemeinsam mit Universitäten und wollen das Land über Venture Capital informieren“, erklärte sie. Von ähnlichen Programmen könnten auch andere europäische Länder profitieren.

Instagram-COO Marnie Leviere prognostizierte bei ihrem Talk, dass Bilder bald die Sprache mehr dominieren würden als Worte: „Wir alle haben die Macht, mit unseren Bildern Geschichte zu schreiben.“ Immerhin sind es in Deutschland neun Millionen, weltweit sogar mehr als 400 Millionen Instagram-Nutzer, verkündete die Facebook-Tochter am Montag.

Netflix-CEO Reed Hastings nutzte die DLD-Bühne, um im Bezug auf die Diskussion über die bevorstehende VPN-Sperre klarzustellen: „Wir hassen es, dass wir das tun müssen.“ Dem Streaming-Portal fehlten die globalen Lizenzen, um Nutzern Zugriff auf andere Länderversionen zu geben. Daran will das Unternehmen jetzt arbeiten. Bis Netflix in China verfügbar sein wird, dürfte es laut Hastings noch Jahre dauern: „Wir haben gelernt, dass wir sehr viel Geduld in China brauchen.“

Als „800-Pfund-Gorilla“ bezeichnete Robert Kyncl, Chief Business Officer bei YouTube, Mitbewerber Netflix. 400 Stunden Videomaterial würden auf YouTube pro Minute hochgeladen. Als Disruption sieht der Manager diese Bewegung nicht: „Wir haben nur einen bestehenden Markt expandiert.“

Im Gespräch über neue Lieferdienste und die Expansion in die USA gestand Marc Samwer, dass der Merger mit Groupon nicht die beste Idee gewesen sei. Stattdessen hätte man das Startup mit einem eigenen Dienst herausfordern müssen. Die USA seien für Unternehmer der beste Ort, um Startups zu gründen. Postmates-CEO Bastian Lehmann warnte jedoch, dass die Investorensuche als Deutscher nicht immer einfach sei.

Bild: Hubert Burda Media