Doo frank thelen

Frank Thelens Doo gibt auf

Die Dokumentenverwaltung Doo von Seriengründer Frank Thelen wird eingestellt. Es sei nicht gelungen, die „Bedürfnisse einer ausreichend großen Nutzergruppe“ anzusprechen, schreibt das Team in einer Email an die Nutzer des Dienstes.

Am Montag, den 17. März, werden die Server heruntergefahren, die mobilen Apps sind ab dann nicht mehr benutzbar. Die Versionen für OS X und Windows können weiter lokal genutzt werden. Eine Synchronisierung über verschiedene Geräte hinweg ist dann allerdings nicht mehr möglich.

Doo wurde 2011 gegründet, „um die Art und Weise zu verändern, wie wir Dokumente organisieren und mit ihnen arbeiten“, so das Startup. Doch von Anfang verzögerte sich die Entwicklung: „Das war echte Rocket Science“, erklärte Gründer Frank Thelen gegenüber Gründerszene im August.

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Die Folge: Mehrmals drehte das Startup aus Bonn sein Geschäftsmodell. Zuletzt versuchte Doo, sich als „neutraler Layer“ für die verschiedensten Dienste zu profilieren. Neben Dokumenten aus Cloud-Apps konnten E-Mails, lokale Dateien oder Evernote-Notizen integriert werden.

Geld verdienen wollte das Startup mit einer kostenpflichtigen Premiumversion, die ursprünglich für Herbst 2013 geplant war – aber nie umgesetzt wurde.

Obwohl man „für alle relevanten Plattformen (AndroidiPhoneiPad, OSX, Windows Desktop & Modern UI) unsere Apps veröffentlicht, die Kernfunktionalitäten bereitgestellt sowie Performance und Stabilität kontinuierlich verbessert“ habe, sei die Nachfrage nach der Dokumentenverwaltung unter den Erwartungen geblieben. Im Oktober machte Doo seine Nutzerzahlen öffentlich: 200.000 User hatten bis zu diesem Zeitpunkt die App benutzt.

Allein 2011 und 2012 hatten namhafte Investoren wie DuMont Venture, Target Partners, Xing-Gründer Lars Hinrichs und Doo-Gründer Thelen selbst insgesamt zehn Millionen US-Dollar in das Startup gesteckt.

Während der Schritt das Aus für das aktuelle Produkt bedeutet, will das Team um Frank Thelen weitermachen – man arbeite bereits an neuen Produkten, „basierend auf dem, was wir gelernt haben“. Schließlich habe man „exzellente Online-Speicher-, Sync- und Daten-Intelligenz Technologien aufgebaut“ und das Glück gehabt, „von großartigen Investoren unterstützt zu werden, die an unser Team glauben“.

Frank Thelen selbst hat ohnehin ein weiteres Projekt, auf das er sich konzentrieren muss: Er sitzt als Investor in der Jury für die Startup-Casting-Show „Die Höhle der Löwen“, die noch in diesem Jahr auf Vox anlaufen soll.

 

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Fabbeo war scheinbar zu früh dran für den deutschen Markt: Anfang Juni musste der 3D-Druck-Marktplatz sein Angebot wegen Kundenmangels einstellen. Fabbeo wurde 2012 von Fleur Augustinus, Karim Hamdi und Mike Schliekau gegründet und gleich ins Accelerator-Programm von Wayra aufgenommen. Das Berliner Unternehmen vermittelte Aufträge zwischen Kunden und 3D-Druck-Anbietern. Die Vision der Gründer war es gewesen, „3D-Druck für jedermann zugänglich zu machen“. Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von flughafen

Bild: Doo