Dubsmash Team

Die Dubsmash-Gründer Jonas Drüppel, Roland Grenke und Daniel Taschik

Mal klingen wie Stromberg oder Chewbacca

Kennen gelernt haben sich Daniel Taschik, Roland Grenke und Jonas Drüppel vor einiger Zeit bei einem Hackathon in Berlin. Schnell war ihnen klar: „Da geht was“ in unternehmerischer Hinsicht. Schnell ist beschlossen, zusammen etwas aufzubauen. „Was mit Video und Apps“, da sind sie sich von Beginn an einig.

Anzeige
Sie gründen eine eigene Firma, Mobile Motion, legen los, bringen unter anderem die App Starlize an den Start. Mit Tim Specht verstärkt ein weiterer Entwickler das Team. Die neueste Idee des Gespanns: Dubsmash. Mit der App lassen sich eine Art Video-Memes erstellen: Vorhandene Tonschnipsel – insbesondere Filmzitate – lassen sich mit selbstgedrehten Videos zusammenschneiden. Das Endergebnis wird auf dem Smartphone gespeichert und kann dann per Messenger, Email oder Facebook geteilt werden.

Was genau aus Dubsmash werden soll, weiss das Team selbst noch nicht. Dafür wollen sie das Feedback potenzieller Nutzer einsammeln. Wer eine gute Idee hat, kann sie gerne in den Kommentaren teilen. Im Interview verraten Daniel Taschik und Roland Grenke derweil, wie mit der App alles begann, wie wichtig für sie das Geldverdienen ist und wie es erst mal weitergehen soll.

Daniel, Roland, wie kamt Ihr auf die Idee, kurze Tonschnipsel mit einem selbst aufgezeichneten Video zusammenzuschneiden?

Daniel: Im Office bringen wir immer Zitate, also haben wir Roland vor Kurzem zum Geburtstag ein „Nippelboard“ geschenkt, damit er wie Stefan Raab auf Knopfdruck einen schlauen Satz abfeuern kann. Dubsmash ist so etwas wie die logische Fortsetzung davon.

Wie ging es weiter?

Daniel: Wir haben dann beschlossen, einfach mal etwas zusammenzubauen. Vor zweieinhalb Wochen war das, an einem Wochenende haben wie die Grundversion der App gebastelt. Danach haben wir Freunde und Familie um Feedback gebeten. Die fanden es sehr lustig.

Dann seid Ihr zum Berliner Tech Meetup gegangen – und habt die Leute gefragt, was man mit der App anfangen könnte.

Daniel: Richtig – das war letzte Woche. Wir hatten uns dabei vorgenommen, mit Leuten zu testen, die wir nicht persönlich kennen. Uns ist es von Tag eins an wichtig gewesen, jede Menge Feedback von den Nutzern einzuholen.

Roland: Und wir wollen die App entsprechend mit den Nutzern zusammen weiterentwickeln.

Von den Meetup-Teilnehmern kamen die Vorschläge, aus Dubsmash einen Video-Meme-Generator oder einen Messenger zu machen. Könntet Ihr Euch mit einer der beiden Ideen anfreunden?

Roland: Die beiden Konzepte liegen natürlich auf der Hand. Da die Dubs nach dem Erstellen über die gängigen Kurznachrichten-Dienste geteilt werden können, sind wir einem Messaging-Konzept im Moment vielleicht etwas näher.

Aber kann man damit Geld verdienen?

Roland: Monetarisieren könnte man wahrscheinlich beide Ansätze. Es ließen sich zum Beispiel besondere Filter anbieten oder zusätzliche Soundschnipsel.

Habt Ihr Euch zum Thema Geldverdienen eigentlich schon viele Gedanken gemacht?

Roland: Man sollte das natürlich immer im Hinterkopf haben. Derzeit testen wir aber erst einmal, ob es einen Product-Market-Fit gibt – und welchen konkrete Nutzungsfälle die App haben kann.

Apropos Soundschnipsel: Macht Ihr Euch keine Gedanken hinsichtlich Copyright-Fragen?

Roland: Im Moment noch nicht. Offiziell sind wir ja noch nicht einmal richtig live. Wir sind uns sicher, dass wir langfristig eine Lösung für solche Fragen haben werden. Allgemein geht es erst einmal um privates Teilen, die einzelnen Videos sind nicht für eine große Audience gedacht. Und natürlich kann man auch eigene Sounds verwenden.

Wie finanziert Ihr Euch derzeit?

Roland: Wir haben für unsere früheren Projekte Investoren, die stehen auch hinter Dubsmash. Weil wir so gesehen nicht bei null anfangen, können wir auch schon auf eine Server-Infrastruktur zurückgreifen – auch wenn wir die natürlich anpassen müssen (lacht).

Weil Dubsmash jetzt „viral gehen“ soll?

Roland: Das hoffen wir natürlich. Das eingebaute Sharing begünstigt das, neue Nutzer kommen automatisch zu uns. Aber wir sehen uns momentan noch in einer Public-Beta Testphase. Zum Beispiel ist die iOS-App ja noch nicht einmal offiziell im App Store erhältlich.

Glaubt Ihr, Dubsmash wird die Nutzer auch langfristig begeistern können?

Daniel: Wir sprechen die Nutzer immer wieder einmal mit Push-Nachrichten an, wenn sie die App länger nicht benutzt haben. Außerdem gibt es ja eine ganze Menge an Gelegenheiten wie Geburtstage, Fußball oder Weihnachten, die sich zur Nutzung anbieten.

Die App „Yo“ ist recht einfach gestrickt, aber eigentlich ging es den Gründern darum, den Zugang zum Lockscreen des Smartphones zu bekommen – auch um dann Werbung platzieren zu können. Habt Ihr Ähnliches im Sinn?

Daniel: Wir sind jedenfalls nicht mit der Intention an die App herangegangen. Vieles hängt aber schlichtweg davon ab, wie sich Dubsmash weiterentwickelt.

Was steht für Euch jetzt als nächstes an?

Daniel: Wir werden weiter Feedback zur App einholen, auf Events oder auch ganz gezielt an Schulen. Es ist uns wichtig zu verstehen, wer die Nutzer sein werden. Davon hängt dann ja auch ab, was genau einmal aus Dubsmash werden wird.

Daniel, Roland, vielen Dank für das Gespräch!

Bild: Dubsmash