Dudr macht die Handykamera analog

24 Fotos in 24 Stunden – das ist das Dudr-Prinzip. Mit der Fotosharing-App können die Dudes, also die Nutzer, Bilder mit einem bestimmten Freundeskreis teilen. Dudes werden entweder im Umkreis per GPS lokalisiert oder über Social Media gefunden, wenn sie weiter weg sind. Und: Nutzer können die Fotos erst nach 24 Stunden ansehen. Eine Push-Mitteilung informiert darüber, dass die Zeit vorbei ist; danach können die eigenen und die Bilder der anderen kommentiert und geliked werden. Seit einer Woche gibt es die kostenlose Fotosharing-App im App-Store. Und noch ist sie nicht ganz fertig, wie Gründer Bernd Schmekel im Gespräch mit Gründerszene zugibt.

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Bernd, was ist das für eine verrückte App? Wer soll die benutzen?

Auf die Idee bin ich durch einen Freund gekommen. Der war letztes Jahr mit Freunden in Brasilien zur Weltmeisterschaft. Jeder in der Gruppe hat pro Tag eine Einmalkamera mit 24 Bildern bekommen, die sie verknipst haben. Eine Woche später hat es dann einen Fotoabend gegeben, zu dem ich eingeladen war. Das war total lustig, weil sich niemand mehr daran erinnern konnte, was genau alles im Urlaub passiert ist. Da dachte ich mir, ich mache eine App nach dem Prinzip. Sie soll also für Dudes sein, die zusammen unterwegs sind, zum Beispiel im Urlaub oder auch bei Hochzeiten.

Was ist mit den Ladys?

Die sollen Dudr natürlich auch benutzen. Im Englischen nennen sich auch Frauen gegenseitig Dude, es gibt sogar den Ausdruck Dudette. Wir überlegen, ob wir unsere App noch in pink aufsetzen und anbieten wollen, neben dem leuchtenden blau. Dann können die Nutzer sich aussuchen, welche Farbe sie haben möchten. Wir probieren alles Mögliche aus, es muss noch eine Menge verbessert werden.

Das heißt, alles ist erst einmal ein großer Test?

Ja, auf jeden Fall. Wenn die Idee der App nicht ankommt, müssen wir sie nicht mit viel Aufwand weiterentwickeln. Im Moment ist in der App zum Beispiel nicht eindeutig ersichtlich, was einfache Schrift und was ein Button ist. Anklicken kann man, was schräg gedruckt ist, aber das kapiert ja niemand. Das müssen wir anpassen. Auch konnte man bislang die Fotos nicht löschen. Vielleicht führen wir nun ein, dass sie nach 24 Stunden wieder entfernt werden. Da müssen wir schauen, was die Nutzer möchten.

Wie soll Geld reinkommen, wenn der Test erfolgreich ist?

Unsere ersten Testnutzer finden, dass ein Messenger super wäre, auch, um sich Fotos hin und her zu schicken. Wir wissen aber noch nicht, ob wir das als Add-on machen wollen. Was ich mir gut vorstellen kann, ist, Unternehmen Bezahl-Channel für Aktionen anzubieten, so wie Snapchat das gerade macht. Zum Beispiel könnte Nike die Dudes motivieren, ihre coolsten Sportereignisse zu teilen. Oder Budweiser fordert seine Kunden auf, Bilder der schönsten Orte festzuhalten, wo sie das Bier trinken.

Und wo soll’s hingehen?

Der Traum wäre ein David Guetta, der auf der Bühne steht und ruft „Lasst uns dudrn!“ Dann holen alle ihre Handys heraus und pinkfarbene und blaue Displays leuchten auf dem Konzert. Einen Tag später sehen die Besucher dann Fotos von David Guetta backstage und auf der Bühne und Bilder von anderen Dudes. Aber jetzt müssen wir natürlich erst mal sehen, ob Dudr ankommt.

Bild: Screenshot Dudr.info