Online-Handels-Studie 2013 E-Commerce

Wie tickt der deutsche Online-Handel?

SagePay hat den deutschen E-Commerce auf Herz und Nieren geprüft. Heraus kam dabei eine Studie, die als Querschnitt durch die Vielfalt der deutschen Onlinehandels-Modelle sowohl Trends und Innovationen als auch Versäumnisse beleuchtet. Besondere Beachtung schenkt die Studie den vier größeren Schwerpunkten Mobile-Commerce, der Expansion ins Ausland, dem Thema Online-Betrug und der Frage nach guten Payment-Lösungen.

Vorneweg sei erwähnt, dass man bei einer Befragung von 303 Onlinehändlern im Bereich E-Commerce nicht zwangsläufig von einer repräsentativen Umfrage sprechen kann. Die Erkenntnisse hieraus dürften dennoch als aufschlussreich gelten: Die durchschnittliche Conversion-Rate aller befragten Online-Händler lag mit überraschenden 28 Prozent höher als von SagePay erwartet. Dementsprechend wurden Startups als erfolgreich beziehungsweise weniger erfolgreich eingestuft, wenn sie über oder unter diesem Durchschnitt lagen.

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Wie sieht der durchschnittliche E-Commerce-Shop eigentlich aus? Laut Studie beschäftigen die meisten Online-Handels-Unternehmen zwischen 51 und 100 Angestellte und sind nicht etwa im Mode-Bereich angesiedelt (elf Prozent), sondern zum Großteil im Elektronikfachhandel (zu 22 Prozent). Üblicherweise beläuft sich der Wert des Durchschnitts-Warenkorbs zwischen 101 und 500 Euro. Um potenzielle Käufer überhaupt in den Online-Shop zu holen, wird noch immer von mehr als der Hälfte der „erfolgreichen“ Händler die Anzeigen-Schaltung präferiert.

Aber soziale Netzwerke holen stark auf und landen mit 54 Prozent auf Platz zwei der bevorzugten Marketing-Kanäle. Besonders Twitter erfreut sich einer enormen Beliebtheit und hat speziell im Berliner Raum, aber auch in Ballungszentren Nordrhein-Westfalens und Baden-Württemberg, eine sehr starke Reichweite. Weit abgeschlagen als Marketing-Methode ist hingegen die Nutzung von Google Adwords/PPC und Sponsoring, die für höchstens 15 Prozent der Befragten Relevanz haben.

Noch lange nicht jeder E-Commerce-Shop bietet eine Geld-zurück-Garantie an – es sind derzeit (nur) 58 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten kann dafür mit einer Lieferung am nächsten Tag aufwarten und fast ein Viertel bietet Treueprämien oder Treuepunkte an.

Bezahlen und Mobile-Funktionen ganz oben auf der Liste

Mobile Commerce ist ein zentrales Thema für das Gros der Online-Händler: 26 Prozent bieten bereits eine App an, 45 Prozent warten mit einer Mobile-Endgeräte-Lösung auf. Dies wirkt sich auch auf den Anteil von M-Commere am Gesamtumsatz aus, der bei knapp einem Viertel aller Befragten bereits 39 Prozent ausmacht. Ob nun App-Lösung oder Mobile-Optimierung die bessere Wahl ist, hängt von Faktoren wie den Entwicklungskosten, Funktionalitäten und Zeitaufwand für die Administration ab.

Die Lösungsmöglichkeiten für den Bezahlvorgang sind mindestens ein ebenso wichtiges Thema für den E-Commerce – sicher nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass mindestens 46 Prozent aller Kaufabbrüche auf den Bezahlseiten erfolgt.

Ob an dieser Stelle ein Payment-Service-Provider Abhilfe schaffen kann, scheinen 55 Prozent der Online-Händler zu negieren, da sie mit keinem Provider zusammenarbeiten. Immerhin 35 Prozent nutzen das Angebot eines Payment-Providers.

Online-Betrug und Auslands-Expansion

Die Angst ist groß, die Realität zwiegespalten: Fast die Hälfte der Online-Händler gibt an, bisher nicht durch betrügerische Online-Aktivitäten Einbußen erlitten zu haben. Dennoch wurden schon über die Hälfte aller Befragten Opfer von Online-Betrug – innerhalb der letzten zwölf Monate. Kein Wunder also, dass die Sorge über Betrug an erster Stelle bei den negativen Aspekten der Akzeptanz von Online-Bezahlung rangiert. Dicht gefolgt übrigens von der Frustration über zu hohe Transaktionskosten.

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Ein besseres Verständnis über PCI-DSS-Datensicherheits-Standards – die Abkürzung steht für Payment Card Industry Data Security Standard – könnte für mehr Sicherheit vor Hackern, Sicherheitslücken und anderen Betrugsattacken sorgen. Doch obwohl fast zwei Drittel der Online-Händler zustimmen, dass es wichtig sei, PCI zu betreiben, wissen ganze 46 Prozent nicht einmal, ob ihr Unternehmen überhaupt die nachweispflichtigen PCI-DSS-Vorgaben erfüllt. Das sollte doch zu denken geben.

Wer online wächst, wächst schnell über die Landesgrenzen hinaus. Und zwar nicht nur in den üblichen DACH-Bereich, aus dem 69 Prozent der Auslandskundschaft stammt, sondern gerne auch in Richtung Holland, Frankreich und Großbritannien.

Noch immer sehen vielen deutsche Online-Händler aber zu große Hürden für ein Auslands-Wachstum: Für 58 Prozent der Befragten stelle die Logistik eine solche Hürde dar, gefolgt von 54 Prozent, die sich die Kommunikation mit internationalen Kunden als zu schwierig vorstellen, und schließlich 51 Prozent, für die Rechtsunsicherheiten ein zu großes Problem darstellen.

Hier geht’s zur ausführlichen Studie.

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von danielbroche