Ein „Hit“ für Earlybird: Das Startup 6Wunderkinder

Der Berliner Risikokapitalgeber Earlybird legt einen neuen Fonds auf und will mindestens 150 Millionen Euro von Investoren einsammeln. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Wir beginnen jetzt, die ersten Gespräche mit Investoren zu führen“, sagte Earlybird-Mitgründer Hendrik Brandis der Zeitung. Der VC werde sicherlich „kein Konzept mit einem kleineren Zielvolumen vorlegen, als wir es derzeit haben“, so Brandis weiter. Der letzte Fonds des Risikokapitalgebers war mit 150 Millionen Euro ausgestattet.

Für den 1997 gegründeten VC war es der fünfte Fonds, Earlybird hatte ihn vor drei Jahren aufgelegt, 2013 wurde der Fonds dann geschlossen. Von den 150 Millionen seien inzwischen 60 Prozent investiert, heißt es von Earlybird. Das restliche Geld will das Unternehmen bald ausgegeben haben – „in sechs bis zwölf Monaten“, so der VC.

Anzeige
Ohne Pause soll es dann mit dem neuen Fonds weitergehen. Das bedeutet: Schon in einem Jahr könnte der Fonds starten, dann muss die erste Tranche des geplanten Volumens eingesammelt sein. Der neue Fonds soll sich laut FAZ auf IT-Geschäftsmodelle in Westeuropa fokussieren; andere Earlybird-Fonds investieren in Medizintechnik oder Informationstechnik in Osteuropa.

Ein Exit von Earlybird hatte kürzlich große Aufmerksamkeit bekommen: Das Berliner Startup 6Wunderkinder wurde an den US-Softwareriesen Microsoft verkauft. Der genaue Übernahmepreis ist nicht bekannt. „Es war näher an der 200 als an 100 Millionen“, sagte Brandis der FAZ. Die Rendite sei damit „massiv über Faktor 2“. Immer noch wenig im Vergleich zum Top-Exit von Interhyp, das Earlybird 2005 an die Börse brachte. Der Ertrag auf das eingesetzte Kapital sei damals „Faktor 54“ gewesen, verriet Brandis jetzt.

Auf solche Erfolge ist Earlybird angewiesen, um erfolgreich zu bleiben. Es brauche mindestens ein bis zwei Exits im Bereich von 400 bis 500 Millionen Euro, sagte Earlybird-Partner Ciarán O’Leary vor zwei Jahren im Gespräch mit Gründerszene.

Bei den Beteiligungen zwischen fünf und sieben Millionen Euro kalkuliere der Fonds mit einer „20-prozentigen Hit-Rate“, so Brandis. Das heißt: Bei 25 Investments plant der VC mit fünf überaus erfolgreichen Unternehmen. Für den Earlybird-Mann ist ein Hit „ein Unternehmen, das größenordnungsmäßig den halben Fonds zurückbringt“. Bei einem Fonds mit einem Volumen von 150 Millionen Euro wären das 75 Millionen.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Heisenberg Media