EarlyTaste-Gründer

Dominik Senk (links) und Steffen Oldenburg

Auf eine durchzechte Nacht folgt normalerweise das Verlangen nach einer ausgiebigen Mahlzeit. Wenn der Kühlschrank dann nichts hergibt, die Jogginghose aber an bleiben soll, hilft nur noch der Lieferdienst. Über die Frühstücksqualitäten von Pizza, Burger und Sushi lässt sich allerdings streiten. Wer in der Kölner Innenstadt wohnt, hat Glück: Hier kann man sich sein Frühstück seit September 2015 liefern lassen.

Im Angebot von EarlyTaste finden sich sowohl komplette Menüs als auch einzelne Gerichte und ein paar Getränke: Das klassische Rührei mit Speck für 3 Euro steht hier neben hippen Smoothie-Bowls mit Obst-Garnitur und Chia-Samen für 3,50 Euro. Ein Menü mit mehreren Beilagen kostet zwischen 10,50 Euro und 13,50 Euro. Einige Beilagen sind nach Unternehmensangaben hausgemacht, bei Fleisch, Gebäck und Honig will das Startup auf lokale Anbieter setzen. Zudem, heißt es auf der Webseite, seien die Verpackungen, in denen das Essen geliefert wird, aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen: Das Frühstück kommt in abbaubarem Bio-Kunststoff und auf Tellern aus Palmblättern.

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Bestellt wird online, zahlen kann der Kunde entweder per PayPal oder bei Lieferung in bar. Dominik Senk und Steffen Oldenburg, beide 29, haben EarlyTaste gegründet. Sie versprechen: Innerhalb von 30 Minuten ist das Essen beim Kunden. Bisher beliefert EarlyTaste mit einem Team von sieben Mitarbeitern nur die Kölner Innenstadt – und das ausschließlich an Wochenenden. Dominik Senk erklärt, es sei durchaus denkbar, diese Zeiten auch auszuweiten, und dann etwa Unternehmen zu beliefern. „Wir wollen aber zunächst testen, wie es mit der Nachfrage beim Privatkunden aussieht“, sagt er. Über genaue Kundenzahlen möchte er nicht sprechen, verrät aber, dass vor allem die Zahl der Stammkunden stetig wachse: „Fast jede zweite Bestellung kommt mittlerweile von Bestandskunden.“

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Vor EarlyTaste gründete Dominik Senk bereits ein Medizin-Technik-Startup in Magdeburg, Steffen Oldenburg arbeitete bei Rocket- und Epic-Companies-Ventures mit Stationen bei 21Diamonds, Petobel und Lendico. Für ihren Lieferdienst sammelten die Gründer Ende Januar Seed-Kapital im sechsstelligen Bereich ein. Geldgeber ist der Transaktionsanwalt und Business Angel Prof. Wolf Michael Nietzer. Nietzer ist Mitglied der sogenannten Food Angels, einer Gruppe von fünf Investoren aus Heilbronn, die sich bevorzugt an Food-Unternehmen beteiligen. Im Portfolio der Gruppe stehen unter anderem KptnCook und der Gewürz-Versand Just Spices.

Beflügelt durch die Finanzspritze schmieden die Gründer nun auch Expansionspläne. Senk gibt an, dass das Unternehmen andere Großstädte ansteuern wolle. Zunächst im Westen: Düsseldorf werde voraussichtlich hinzukommen. Auch Berlin steht auf dem Fahrplan. Praktisch wäre das auf jeden Fall: Dann könnten nicht nur die Kölner Sonntagmorgen ihren Bademantel anbehalten.

Bild: EarlyTaste