Eatfirst-Mitgründer Torben Schulz

Im Food-Bereich läuft derzeit nicht alles rund bei Rocket Internet: Das Essens-Startup EartFirst wird sein Geschäftsmodell ändern und dazu in Deutschland eine Pause einlegen. Das bestätigte eine Unternehmssprecherin auf Anfrage. Der Dienst, eine moderne Form von „Essen auf Räder“, war im vergangenen Sommer in London gestartet, seit Ende September gibt es EatFirst auch in Berlin - bis heute sind die beiden Metropolen die einzigen Standorte.

Die Pause will das Unternehmen dazu nutzen, das Angebot auszuweiten, sagte die Sprecherin. Demnach hätten sich viele Kunden mehr Angebote gewünscht. Bislang bietet EatFirst jeden Tag nur drei Mahlzeiten-Optionen, eine davon ist ein Salat. Der Umstrukturierung entsprechend wird auch das Team verändert: Es sollen mehr Köche eingestellt werden, andere Mitarbeiter werden entlassen oder arbeiten künftig bei anderen Rocket-Unternehmen.

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Nach der Pause soll die Teamgröße von derzeit 25 Mitarbeitern aber wieder mindestens erreicht werden, sagte die Sprecherin. Am zweiten Standort London sollen die Geschäfte dagegen ohne Pause weiterlaufen.

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass ein anderes Food-Startup aus dem Rocket-Universum, der Supermarktwaren-Lieferservice Shopwings, in Deutschland nach nur zehn Monaten komplett eingestellt wird. Der börsennotierte Firmenbauer wettet stark auf das Thema Essen und Bequemlichkeit: Nach Schätzungen von Fondsmanagern macht der Food-Anteil bei Rocket Internet inzwischen 30 Prozent aus. Zum Börsengang lag der Schwerpunkt noch beim Bereich Mode mit 10 bis 15 Prozent.

Während das Geschäft mit klassischen Essenbestell-Plattformen wie Delivery Hero, an dem auch Rocket mit knapp 40 Prozent beteiligt ist, rund läuft, tun sich gerade deutsche Verbraucher jedoch schwer mit neuen Online-Modellen für den klassischen Einkauf, der sonst im Supermarkt erledigt wird.

Eine aktuelle Studie der Marktforscher von Nielsen zeigt, dass die Deutschen ihren Einkauf immer noch am liebsten im Supermarkt einkaufen. Während die Marktanteile der Onlineplattformen bei Waren wie Büchern, Musik, Elektronik oder Spielzeug teils über 50 Prozent liegen, kommen sie bei Lebensmitteln in Deutschland bisher nicht über ein Prozent hinaus. Die Marktforscher gehen auch davon aus, dass sich dies hierzulande nicht grundlegend ändern wird – anders als zum Beispiel in Ländern wie China.

Bild: EatFirst