Am Donnerstag im EatFirst-Angebot: Katalanische Krabbenpfanne

Am Donnerstag im EatFirst-Angebot: Katalanische Krabbenpfanne

Tofu oder Krabbenpfanne? Das ist hier die Frage.

Punktlandung: 14 Minuten und 45 Sekunden nach Bestellung auf EatFirst.de klingelt das Handy: „Ihr Essen ist da!“ teilt der Fahrer geschäftsmäßig mit. In der Gründerszene-Redaktion sind alle hungrig – und baff. Der neue Lunchservice von Rocket Internet hat wie versprochen pünktlich innerhalb von 15 Minuten geliefert. Im Smart vor unserer Redaktion warten zweimal die Katalanische Krabbenpfanne und drei Portionen vom Rote-Linsen-Curry mit Tofu. Schon bei der Bestellung ploppte der Hinweis auf: „Damit wir alle Kunden in kürzester Zeit beliefern können, können wir nur wenige Minuten auf dich warten. Wir rufen dich rechtzeitig an, sodass du an die Straße kommen kannst, um dein frisches Essen entgegen zu nehmen.“

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Ende August war Rocket Internet mit dem Lieferdienst EatFirst in London gestartet, diesen Dienstag folgte mit Berlin die zweite Stadt. Auf der Seite heißt es: „EatFirst ist die einzigartige Kombination aus schneller Lieferung und gutem, gesunden Essen. Ganz ohne Kompromisse. Denn wir finden, dass man sich nicht zwischen schnellem oder gesundem Essen entscheiden muss.“ Gesundes Essen, das schnell geliefert wird – sogar innerhalb von 15 Minuten, wie EatFirst verspricht? Das klingt verlockend. Auch 7 Euro pro Gericht sind in Ordnung. Ok. Das Bringen hat funktioniert. Aber ob das Essen auch wirklich schmeckt, wird jetzt ausgiebig getestet.

Unten vor der Eingangstür wartet der junge Fahrer mit sechs Papiertüten. Er habe viel zu tun, erzählt er. Mit rund zwölf Gerichten, davon die Hälfte vegetarisch, befülle er zu Beginn einer Tour seinen Smart. Ein bis zweimal pro Tag müsse er in die Küche in der Oranienstraße zurückfahren. Wir rechnen: Wenn alle Fahrer so ein Pensum haben, liefert jeder von ihnen am Tag 24 oder 36 Gerichte aus. Sechs Fahrer sind nach Angabe eines Rocket-Sprechers derzeit in Berlin unterwegs, macht also insgesamt 144 Gerichte beziehungsweise 216 Gerichte, die täglich ausgeliefert werden können. Multipliziert mit 7, weil jedes Gericht 7 Euro kostet, sind das 1.008 Euro beziehungsweise 1.512 Euro Umsatz pro Tag. Nicht gerade Rocket-Dimensionen. Und wenn mit der Zeit mehr Bestellungen eingehen, braucht EatFirst ja auch mehr Fahrer und Köche. Wie soll dieses Modell also skalieren?

Zur Auswahl: Katalanischen Krabbenpfanne und Rote-Linsen-Curry mit Tofu

Zur Auswahl: Katalanischen Krabbenpfanne und Rote-Linsen-Curry mit Tofu

Doch die Skalierung ist nicht unsere Sorge – uns interessiert viel mehr, wie das Essen schmeckt. In der Büro-Küche angekommen, sucht jeder Redakteur nach seiner Tüte. „Krasse Verpackung – die könnte man glatt aufbewahren und wieder verwenden“, kommentiert ein Kollege die harte und nicht gerade umweltfreundliche Plastikschale, in der das Essen gelagert ist. Eine andere Kollegin ist die Portion von Anfang an zu klein: „Wie soll ich denn davon satt werden?“, fragt sie. Nur von dem beigelegten Holzbesteck ist jeder auf den ersten Blick begeistert.

Und das Essen? Naja, Begeisterungsrufe entlockt es den Gründerszene-Redakteuren nicht. Die Gerichte sind teilweise lauwarm und für unseren Geschmack nicht ausreichenden gewürzt. Zwei von uns müssen betrübt feststellen, dass die Katalanische Krabbenpfanne auch Chorizo und Hühnchenstücke enthält. Wir merken uns: Beim nächsten Mal die Zutatenliste genauer studieren.

Doch bei allem Rumgemäkel: Beide Gerichte schmecken in der Tat gesünder und frischer als die Pizza oder das Schnitzel, das andere Anbieter liefern. Aber: Mit den umliegenden Restaurants in Berlin-Mitte, in denen wir für 5 bis 7 Euro frischeres und wärmeres Essen bekommen, kann EatFirst nicht mithalten.

Das Resümee der Gründerszene-Redaktion nach dem EatFirst-Test: Wer im Meeting sitzt oder am Schreibtisch essen muss und schnell gesundes Essen geliefert bekommen möchte, ist bei EatFirst richtig. Wer Zeit hat, zum Asiaten oder Suppenladen nebenan zu gehen, bekommt das Essen dort in vielen Fällen preiswerter, würziger und wärmer.

Und was ist Eure Meinung? Habt ihr EatFirst schon getestet? Welchen Lieferdienst empfehlt Ihr?

Zwei weitere Meinungen zu den heutigen Gerichten haben wir schon gefunden:

Bilder: Hannah Loeffler / Gründerszene