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Ein wenig über Twitter zu reden, ist Pflicht, wenn der Gründer schon einmal da ist. Zwei riesige Twitter-Wände schweben über den Köpfen von LeWeb-Gastgeber Loic LeMeur und Twitter-Gründer Jack Dorsey.  Nein, natürlich habe er sich nie vorstellen können, dass einmal ein ganzer Saal seinen Dienst nutzt, sagt letzterer brav. Heute definierten die Nutzer von Twitter den Dienst jeden Tag neu. Das sei gut, meint Dorsey, denn das Prinzip sei anfangs ohnehin nicht leicht zu erklären gewesen.

Das Erklären fällt ihm bei seinem neuen Projekt schon leichter. Vor allem im Gesundheitswesen und in der Finanzwelt ist man auf der Suche nach kleinen simplen und innovativen Ideen. Dorsey hat sich für den Anfang für die Finanzwelt entschieden, vermutlich weil da das Wort Monetarisierung nicht nur im Subtext mitschwingt.

Square“ heißt Dorseys neues StartUp und wer das Produkt sieht, muss gestehen, dass der Name naheliegend ist: Ein kleiner quadratischer Klotz, nicht sehr schön, dafür aber intelligent. Square ist ein mobiler „Swiper“, zu deutsch also ein Kreditkartenlesegerät. Durch den Klinkeanschluss passt es in jedes Notebook, Android oder Blackberry. Dorsey entscheidet sich für sein iPhone. Er steckt den Kreditklotz in die Audiobuchse, tippt den imaginären Preis von 37 US-Dollar ein, zieht Loic LeMeurs Kreditkarte durch den Schlitz und es passiert – nichts. Vorführeffekt, natürlich. Dabei funktioniere das System sogar im Offline-Mode, erklärt Dorsey.

Irgendwann klappt es dann doch und es erscheint sogar ein Portraitphoto von Loic LeMeur im Display des iPhones, als zusätzliche Verifikationsschranke. Das Publikum ist entzückt. Niemand weiß genau, wie oft LeMeurs Kreditkarte um 37 Dollar belastet wurde, doch interessant ist ohnehin die eine Frage: Wieviel soll das kleine Quadrat kosten?

Gar nichts. Square wird kostenlos zu haben sein, weder Verkäufer noch Käufer tragen zusätzliche Kosten. Geringe Einstiegshürden also vor allem für kleine Unternehmen. Spätestens im März sollte man sich Dorseys iPhone noch einmal genauer anschauen, dann nämlich soll der Dienst starten. Mit etwas Glück schaffen die Designer es bis dahin, zumindest die Kanten etwas zu glätten.

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