Die EU startet im Jahr 2014 ein milliardenschweres Programm mit dem Namen Horizon 2020 bei dem innovative Start-ups und KMUs mit bis zu 2,5 Millionen Euro gefördert werden – ohne Gegenleistung, ohne Equity-Abgabe. Ziel ist es, mit Steuergeldern innovative Projekte und Unternehmen zu finanzieren. Das nächste Google soll „Made in EU“ sein.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich inhabergeführte Unternehmen mit Sitz in der EU, die innovative Produkte oder Dienstleistungen entwickelt haben und nun zusätzliches Kapital für die Projektfinanzierung suchen. Weitere Voraussetzungen sind, dass das Unternehmen einen Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro und weniger als 250 Mitarbeiter hat.

Die geförderten Branchen reichen von R&D-getriebenen Biotech- und Energy- Unternehmen bis hin zur FinTech-Apps, die EU-Unternehmen Kosten sparen sollen. Der Mehrwert und Innovationscharakter des Start-ups zählen.

Was gibt es zu holen?

Die Fördergelder sind in unterschiedlichen Kategorien eingeteilt. Kleinere Förderbeträge von 50.000 Euro können zwecks Ideenvalidierung beantragt werden. Fördergelder von einer halben Million bis 2,5 Millionen Euro dienen primär zur Skalierung von Ideen beziehungsweise der Wachstumsrealisierung. Je nach Förderhöhe steigen auch die Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen.

Es gibt keine Rückzahlungspflichten, was ebenfalls die Bilanzierung der Fördergelder attraktiv macht. Das Fördergeld wird nämlich nicht als Kredit, sondern als Eigenkapital ohne Anteilsvergabe bilanziert.

Wo ist der Haken?

Es gibt keinen Haken. Die EU erwartet eine sehr hohe Nachfrage. Die Konkurrenz schläft nicht. Deshalb sind die formalen und inhaltlichen Anforderungen an die Bewerbung sehr hoch. Jeder kleinste Formfehler oder jede unzureichende Beantwortung des Fragenkataloges führt zur Disqualifizierung.

Der Inhalt der Bewerbung wird von externen Branchenexperten nach einem Punktesystem bewertet. Die wichtigsten Bewertungskategorien sind:

  • Innovation Excellence (die Innovationskraft und geplante Projektumsetzung),
  • Impact (der erwartete Beitrag des Start-ups in der jeweiligen Branche und EU) und
  • Quality (die geplante Ressourcennutzung der Fördermittel).

Wie kann man sich bewerben?

Die Bewerbungsmappe sieht ein maximal zehnseitiges Pitch-Deck vor und die Beantwortung von einem Fragenkatalog. Aber Vorsicht – Das Prinzip der Punktevergabe ist: „In God we trust, all others bring data“. Das Deck sollte stark zahlen- und faktenbasiert sein und die Idee, Meilensteine, Ziele und Ressourcennutzung des Vorhabens übersichtlich und realistisch darstellen. Eine genaue Beschreibung des Mehrwerts und Branchenimpacts des Start-ups ist essenziell. Für Fördergelder in Höhe von 0,5 bis 2,5 Millionen Euro wird ein detaillierter Business Plan benötigt.

Klingt gut. Wann kann ich mich bewerben?

Jedes Jahr gibt es vier Bewerbungsrunden. Die nächsten Termine sind am 24. September und 17. Dezember 2014. Bewerben kann man sich auf Ausschreibungen (sogenannte „Calls“), die auf der Seite von Horizon 2020 veröffentlicht werden. Die Calls richten sich an unterschiedliche Themenschwerpunkte und Branchen – finde Deinen passenden Call und los geht es. Die Bewerbung kostet nichts. Auf der Horizon 2020-Seite kann man sich einen ersten Überblick über die EU-Initiative und die aktuellen Calls verschaffen.

Wer kann mich bei der Bewerbung unterstützen?

KPMG hilft Dir gerne bei Deiner Bewerbung. Ruf uns an und wir sprechen darüber für welche Förderhöhe dein Start-up in Frage kommt, welcher Call am besten zu Dir passt und wie wir Dich bei der Bewerbung unterstützen können. Unser gemeinsames Ziel lautet: Erhöhe Deine Erfolgsquote.

 

Ivan Lukanov ist im Smart Start Team von KPMG für Transaktionen, Exits und Business Development zuständig. Kontakt: +49 69 9587 4836; ilukanov@kpmg.com