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ElitePartner-CEO Jost Schwaner

Verbraucherschützer kritisieren ElitePartner

Aktuell warnen Verbraucherschützer vor den Portalen des Betreibers EliteMedianet, schreibt die Süddeutsche. Weil Kunden trotz eines fristgerechten Widerrufs innerhalb der zweiwöchigen Probezeit teilweise horrende Rechnungen erhielten, schaltete sich nun die Verbraucherzentrale Hamburg ein und verklagte den Partnervermittlungsseiten-Anbieter. Laut der Verbraucherzentrale erhielt ein Kunde ein Schreiben mit einem geforderten Wertersatz in Höhe von knapp 3.000 Euro, der durch eine Rechnung von 224,10 Euro beglichen werden sollte – jedoch dies laut Verbraucherschutz ohne rechtliche Grundlage. ElitePartner weist dies gegenüber der Süddeutschen zurück.

Update vom 12.09.2013: Das Landgericht Hamburg hat mit Beschluss vom 9. September 2013 eine einstweilige Verfügung gegen die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) erlassen. In dem Gründerszene vorliegenden Beschluss heißt es, dass der VZHH ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten droht, falls sie die folgenden Behauptungen weiterhin vertreibt:

(1) „Wer seine Mitgliedschaft beim Partnervermittler ElitePartner fristgerecht widerruft, staunt nicht schlecht, wenn er eine Rechnung über mehrere tausend Euro bekommt. Die Forderungen sind absurd (…)”

(2) „Die EliteMedianet GmbH (…) stellt Kunden, die ihren Vertrag fristgerecht widerrufen haben, Leistungen von mehreren tausend Euro in Rechnung. Die Forderungen sind absurd und unberechtigt! ”

(3) „Aufgrund dieser „Preisliste” erklärte ElitePartner zum Beispiel Herrn W. aus S., der sich für eine 24-monatige Mitgliedschaft zum Gesamtpreis von 298,80 Euro entschieden und nach einigen Tagen von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht hatte, dass er einen Wertersatz in Höhe von 2.979 Euro zu leisten habe, wobei das Unternehmen – ohne weitere Erklärung – aber nur 224,10 Euro von ihm forderte.”

Mit diesem Nachtrag weißt Gründerszene ausdrücklich darauf hin, dass die in diesem Beitrag geschilderten Vorgänge damit juristisch hinfällig sind, belässt den ursprünglichen Artikel vor chronistischem Hintergrund gleichzeitig aber unverändert.

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Die Online-Partnervermittlungs-Branche bekriegt sich seit längerem. Vor etwas über einem Jahr verhängte das Landgericht Berlin ein Ordnungsgeld in Höhe von 200.000 Euro gegen den ElitePartner-Betreiber EliteMedianet – auf den Weg gebracht hatte das Verfahren Mitbewerber eDarling. Zahlen musste EliteMedianet nie, da der Beschluss im August 2012 von der nächsthöheren Instanz rechtskräftig aufgehoben wurde. Vor der Anklage hatte der Focus die Nachricht eines gescheiterten eDarling-Exits an den US-Partner eHarmony berichtet. Die News stellte sich wenig später als falsch heraus. Das Magazin Focus stammt – wie auch Konkurrent ElitePartner – aus dem Burda-Umfeld.

Bild: ElitePartner.de; Ersterscheinung dieses Artikels am 29. August 2013