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Die Tunnelpläne von Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk werden endlich konkreter. Nicht nur einen dunklen Schacht, sondern ein ganzes Tunnelnetz will der Milliardär graben lassen. Dabei setzt er – zumindest vorerst – auf deutsche Technik.

Auch nachdem sich der vermeintliche Scherz von Elon Musk über seine „The Boring Company“ – ja, die Domain boringcompany.com hat er sich gesichert – als ernsthafte Unternehmung erwiesen hat, war weiterhin unklar, welche Vision er nun genau verfolgt. Wie Bloomberg nun berichtet, hat der SpaceX- und Tesla-Gründer aber sehr ambitionierte und durchaus konkrete Pläne.

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Langfristig wolle er ein riesiges Untergrundnetzwerk aus Tunneln errichten, die in bis zu 30 Schichten über- und untereinander verlaufen. „Wir haben Wolkenkratzer mit all ihren Stockwerken“, zitiert Bloomberg Elon Musk. „Aber unser Straßensystem ist flach und zweidimensional.“ Er wolle den Verkehr nun endlich in die dritte Dimension holen.

Die Tunnel sollen dabei aber nicht nur für Autos gedacht sein, sondern auch als Trassen für Schnellzüge wie den Hyperloop dienen. Das futuristische Transportkonzept wäre mit seinen Vakuumröhren geradezu für den Untergrund prädestiniert. So sollen Straßen entlastet und ein Teil des Verkehrs einfach unter die Erde verlagert werden. Ein essentieller Aspekt der Strategie soll abseits des bloßen Tunnelgrabens auch die Entwicklung eigener Bohrtechnologie sein. Genau wie SpaceX eigene Raketen konzipiert, um Transporte in den Weltraum erschwinglicher zu machen, soll Musks Projekt die Technik der Bohrmaschinen verbessern und verbilligen, um damit „die Bohrgeschwindigkeit dramatisch anzuziehen“.

Zum Einsatz kommt dabei eine Maschine des deutschen Herstellers Herrenknecht, die „Nannie“ getauft wurde und sich mit ihren mehrere Meter durchmessenden Schneiderollen und bis zu 32 Tonnen Anpressdruck durch das Gestein fressen kann. Kommentieren wollte Herrenknecht Musks Pläne auf Nachfrage nicht, das Unternehmen verweist stattdessen an SpaceX. Jedenfalls hatte Martin-Devid Herrenknecht, der Sohn des Gründers, Elon Musk bereits im Januar 2017 zum Gespräch eingeladen. Darauf eingegangen ist er bislang wohl noch nicht.

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Fraglich ist, wie stark Elons Musks Pläne mit der Infrastruktur-Initiative des neuen US-Präsidenten verflochten sein könnten. Donald Trump hatte in seinem Wahlkampf verkündet, „neue Straßen, Autobahnen, Brücken, Flughäfen“ und mehr bauen zu wollen, um die Binnenwirtschaft anzukurbeln. Natürlich mit Stahl, Beton und Bauarbeitern aus den USA. Elon Musk schreibt nun, er sei natürlich offen, Teil dieser Initiative zu werden und sich sicher, dass seine Bohrfirma ebenso wie Tesla, SpaceX oder auch SolarCity „bestimmt Jobs schaffen würde“. Doch auch ohne Verträge mit der US-Regierung werde er seine Pläne weiter vorantreiben.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Wired.de.

Bild: Getty Images / James Devaney