Das Startup Enio will E-Tankstellen an jedem Haus ermöglichen.

Eines der Grundprobleme für elektrische Fahrzeuge ist die mangelnde Infrastruktur. Ladesäulen sind Mangelware. Vor allem auf dem Land und in der Nähe der Autobahn. Und die Zahl der Ladestationen wächst nur schleppend. Die Autohersteller schieben das Problem auf die Kommunen, die wiederum zu den Stromlieferanten. Niemand übernimmt gerne die Investition für den Bau der Stationen, denn eine 50-Kilowatt-Ladestation kostet schnell mal 25.000 Euro und mehr. Nur Tesla hat mittlerweile ein eigenes Netzwerk mit Ladestationen aufgebaut.

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 Das österreichische Startup Enio will den Teufelskreis durchbrechen und setzt dabei auf eine Crowdlösung. Die beiden Gründer Friedrich Vogel und Franz Schodl haben einen ebenso einfachen wie günstigen Vertriebsweg entdeckt. Durch die Installation einer Ladestation an der Hauswand, können Privatpersonen ihr Grundstück zur E-Tankstelle umwidmen und so nicht nur erneuerbare Energien fördern, sondern auch noch Geld mit der eigenen Ladestelle verdienen. Das Projekt firmiert unter dem Namen youCharge.

Die Ladestellen der youCharge-Crowd sollen durch einen Vertragspartner direkt mit der Stromversorgung verbunden werden und über eine App für alle Fahrer auffindbar sein. Elektrofahrer, die bei youCharge mitmachen, können sich gegenseitig ihre Lade-Systeme zur günstigen Nutzung zur Verfügung stellen. Nichtmitglieder sollen youCharge zu Marktpreisen nutzen können. Zur Zeit läuft eine erste Crowdfunding-Aktion, bei der bereits mehr als 110.000 Euro für die Finanzierung der Ladestationen zusammen gekommen sind.

Enio betreibt schon 1.500 Ladepunkte. In den nächsten Jahren soll die Anzahl auf rund 90.000 gesteigert werden. Sportlich. Der Umsatz lag 2015 bei rund einer Million Euro. Er wurde laut dem Unternehmen vor allem mit der Steuerung von Ladestellen sowie der Projektarbeit für den Aufbau großer und kleiner Ladestellennetzwerke und Projekte im Energieverrechnungsbereich erzielt.

Bild: Nissan