Waldemar Zeiler Philip Siefer Entrepreneur's Pledge

Sie starteten den Entrepreneur’s Pledge: Waldemar Zeiler und Philip Siefer

Auf der Suche nach dem sozialen Einhorn

Ein soziales und nachhaltiges Unternehmen gründen und die Gewinne dieses Unternehmens zur Hälfte zu reinvestieren – das versprechen die Unterzeichner des Entrepreneur’s Pledge. Das Projekt wurde von Waldemar Zeiler und Philip Siefer in Berlin gestartet. Es soll mehr Aufmerksamkeit für soziale Aspekte und Fairness im Business erzeugen – aber auch skalierbare Unternehmen hervorbringen.

Entstanden sei die Idee, als Zeiler sich eine Auszeit genommen hat. Zuvor war er bei Rocket Internet und Corporate Finance Partners, dann als Gründer beim Team-Europe-Startup Digitale Seiten. Nach dreieinhalb Jahren dort stieg er aus, ging sechs Monate backpacken. „Als ich wieder zurück war, fragte ich mich: Wie kann man wirklich etwas verändern“, erklärt Zeiler gegenüber Gründerszene. Zusammen mit Mitgründer Siefer sei dann das Konzept des Entrepreneur’s Pledge enstanden.

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Die Liste der bislang knapp 50 Unterzeichner enthält bekannte Gesichter. Die Mymuesli-Gründer Hubertus Bessau und Max Wittrock haben unterzeichnet, auch I-Potentials-Frontfrau Constanze Buchheim, die Helpling-Macher Benedikt Franke und Philip Huffmann, Lebenslauf.com-Gründer Thomas Bachem oder Team-Europe-Partner Kolja Hebenstreit. Genommen wird nicht jeder, einen gewissen Track-Record müsse man schon vorweisen, betont Zeiler.

Vertraglich festschreiben kann die Initaitive die Abgaben natürlich nicht. „Die Gründer müssen sich dann vor ihren Kindern und Enkeln verantworten, denn wir werden die Seite nicht löschen.“ Dass nicht jeder einzelne der Unterzeichner seinem Versprechen nachkommen wird – oder überhaupt nachkommen kann –, ist den beiden Initiatoren bewusst. „Wir sind nicht naiv. Aber wenn die Hälfte in absehbarer Zeit etwas Soziales gründet, war es ein Riesenerfolg“, sagt Zeiler.

Und er hat recht damit. Denn bislang ist Social Entrepreneurship oft schwierig zu finanzieren. Der durchschnittliche Venture-Capital-Geber braucht die volle Rendite, damit das Fondskonstrukt funktioniert. Dennoch gibt es erfrischende Initiativen, die das ändern möchten. Ashoka ist eine weltweite Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurs, Yunus Social Business ein sozialer Accelerator von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. Und beim The Giving Pledge haben sich Milliardäre wie Star-Investor Warren Buffett, Microsoft-Gründer Bill Gates oder SAP-Gründer Hasso Plattner verpflichtet, die Hälfte ihres Vermögens für gute Zwecke zu spenden.

Mit all diesen Organisationen sei man im Kontakt, so Zeiler. Die Überzeugung der Entrepreneur’s-Pledge-Macher: Wenn die dort verfügbaren Gelder – allein der Giving Pledge müsse ja 240 Milliarden Dollar investieren – in Sozialunternehmen wandern, entstehe durch die Re-Investitionen eine lebenslange Charity-Maschine.

Dazu gehört aber, dass die Unternehmen auch erfolgreich werden und überhaupt Gewinne abwerfen. Zeiler ist sich sicher, dass das klappen kann. „Auch soziale Unternehmer sollten das Ziel haben, in ihren Bereichen Marktführer zu werden“, sagt Zeiler. Sein Traum: Über die Plattform ein Social Unicorn zu schaffen, also ein milliardenbewertetes soziales Unternehmen. „Dann hat es sich gelohnt.“

Bild: Entrepreneur’s Pledge