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Nach Stationen bei McKinsey und Bertelsmann gründete sie 2007 ein Portal nur für Frauen: Stephanie Staar von Erdbeerlounge.

„Startup-Heldin“ Stephanie Staar im Interview

Sie entwickelte das größte verlagsunabhängige Frauenportal Deutschlands: Stephanie „Steffi“ Staar gründete im Oktober 2007 das Kölner Startup Erdbeerlounge (www.erdbeerlounge.de). Gestartet mit vier Personen, arbeiten derzeit 35 Mitarbeiter für das profitable Unternehmen, das auch das Empfehlungsnetzwerk Empfehlerin.de und das Mütterportal Mamilounge.de betreibt.

Wer bist Du und was machst Du?

Ich heiße Stephanie (Steffi) Staar und habe Ende 2007 die Erdbeerlounge GmbH gegründet. Seitdem habe ich mit meinem Team zunächst Erdbeerlounge.de aufgebaut. Die Erdbeerlounge ist heute eins der größten deutschen Online-Magazine für Frauen und ist vollständig werbefinanziert. 2010 kam dann die Mamilounge hinzu. Kurz darauf haben wir unter dem Namen Empfehlerin.de ein Netzwerk ins Leben gerufen, um unseren Nutzerinnen auch außerhalb des Internets interessante Angebote machen zu können und gleichzeitig unsere Community für Kooperationspartner offline erreichbar und als Empfehlungsbasis nutzbar zu machen.

Wie bist Du auf die Idee zur Erdbeerlounge gekommen?

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Als bekennender Magazin-Junkie habe ich vergleichbare Angebote im Internet vermisst, es gab aus unserer Sicht keine Internetseite, auf der sich Frauen einfach mal entspannen und amüsieren konnten. Wir haben daher im (damals noch rein weiblichen) Team überlegt, was wir uns online wünschen und haben die Ideen dann der Reihe nach umgesetzt. Von Fotovotings zu den verrücktesten Themen bis hin zur Live Coverage der New York Fashion Week haben wir alles das auf die Seite gebracht, was uns selbst gefallen und Spaß gemacht hat. Das war der Anfang. Und als die Seite abhob, haben wir unsere Inhalte einfach immer weiter ausgebaut und natürlich auch an der journalistischen Qualität gearbeitet, aber ohne dabei den Spaßfaktor aus den Augen zu verlieren.

Was macht Erdbeerlounge einzigartig?

Wir wachsen seit fünf Jahren sehr konstant in einem extrem wettbewerbsintensiven Umfeld und sind mittlerweile einer der Marktführer in unserem Bereich. Das macht uns vielleicht nicht einzigartig, hat uns aber in eine Position gebracht, die sich einerseits sehr gut monetarisieren lässt und die andererseits eine sehr solide Grundlage für weiteres Reichweitenwachstum und den Aufsatz zusätzlicher Geschäftsmodelle bietet.

Welche Tipps gibst Du jungen Gründern nach Deinen eigenen Erfahrungen mit auf den Weg?

Entscheide Dich nicht für ein Geschäftsmodell, weil es aktuell „en vogue“ ist, sondern für das Geschäftsmodell, zu dem Du Dich „berufen“ fühlst, auch wenn die Finanzierung hier gegebenenfalls länger dauert. Sei flexibel. Wenn sich die Anforderungen des Umfelds ändern, ist es wichtig, sich schnell anzupassen. Dazu kann eine komplette Umstellung der Positionierung oder auch der Marketing-Strategie gehören. Plane und controlle auf Tages- und Wochenbasis, welche Wachstumsmaßnahmen Du umsetzen und welche Wachstumsziele Du erreichen willst. Denke immer erst über die konkreten Aktivitäten von morgen nach, ehe Du die Strategie von übermorgen entwickelst.

Welche Trends siehst Du im Internet?

Im Bereich der Content-Produktion, sehe ich einen steigenden Wert von Evergreen Content, da SEO im Marketing-Mix eine immer größere Rolle spielt. Außerdem wird die Zahl der größentechnisch relevanten Online-Magazine noch weiter zurückgehen, da die großen Print-Magazine online weiter an Relevanz verlieren werden. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass die Aufgaben eines Online-Redakteurs immer vielschichtiger werden und das resultierende Tätigkeitsprofil in einem klassischen Verlagshaus nur sehr schwer entwickelt werden kann.

Bild: Erdbeerlounge