Evalu-Team

Läuft bei ihnen: die Evalu-Gründer Romano Wolf (links), Raphael Blistein, Maximilian Gloël und Benedikt Seitz

„Wir wollen mehr Leichtigkeit ins Laufen bringen“, sagt Benedikt Seitz. Der 27-Jährige arbeitet seit ungefähr einem Jahr an einem virtuellen Personal Trainer für Läufer. Zusammen mit Romano Wolf, Raphael Blistein und Maximilian Gloël hat er dazu gerade das Startup Evalu gegründet.

Die zugehörige App Evalu.run, die die Münchner Gründer zum Start der Laufsaison im Frühsommer herausbringen wollen, soll unter anderem Trainingsvideos bereitstellen. Das ergänzende Ganzkörpertraining sei speziell auf Läufer zugeschnitten. Seitz gibt an, die Übungen sollten die Stabilität beim Laufen erhöhen, also etwa die Hüfte oder die Wadenmuskulatur stärken.

Die Lauf-Programme seien darauf ausgelegt, sie gemeinschaftlich, mit dem Partner oder Freunden, durchzuführen. Das solle die Motivation des Nutzers bei Standard-Aufgaben wie Intervall- oder Dauerläufen steigern.

Ein weiteres zentrales Element von Evalu: die Verbesserung der Lauftechnik. Dazu muss das Startup natürlich den Laufstil des Nutzers kennen. Die Lösung: Eine intelligente Schuhsohle ermittelt die Bodenreaktionskräfte im Laufschuh – und übermittelt diese Messergebnisse ans Smartphone. Den Sensor entwickelt Evalu allerdings nicht selbst: Das Startup kooperiert dazu mit einem Hersteller von Druckmesssohlen, der ebenfalls in München sitzt.

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„Unser Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Daten“, sagt Seitz. Dazu arbeite man auch mit der Berliner Charité und der TU München zusammen. Aus den Rohdaten erstellt der Algorithmus konkrete Trainingsanweisungen. Seitz dazu: „Wir spielen dem Nutzer nicht einfach die Schrittfrequenz aus, sondern empfehlen ihm auf Basis seiner Daten, was er beim Laufen besser machen kann, um einen effizienteren Laufstil zu entwickeln.“ Wenn also bestimmte Parameter in den falschen Bereich gelangen, soll der Läufer korrigiert werden – automatisiert. Die App sei jedoch auch ohne zusätzlichen Sensor nutzbar.

Zum einfachen Tracking der Laufergebnisse eignen sich auch Apps wie Runtastic, Endomondo oder Runkeeper. Hier lässt sich ebenfalls zusätzliche Hardware, beispielsweise in Form von Brustgurten, anschließen. Von diesen Anbietern will sich Evalu durch die Kombination aus ergänzenden Übungen und Handlungsempfehlungen unterschieden. Als Finanzierungsmodell ist ein Abo-Modell geplant, ähnlich wie bei Freeletics.

Der Lauf-Helfer soll unterm Strich auch zu weniger Verletzungen führen, also etwa Knieleiden vorbeugen. Benedikt Seitz weiß, wovon er spricht: Er spielte lange professionell Hockey, Mitgründer Raphael Blistein Basketball. Beide mussten aufhören – die Knie hatten Probleme gemacht.

Seit Juni letzten Jahres ist Evalu Exist-gefördert. Ende Januar wird das Startup auf der ISPO, der weltweit größten jährlichen Messe für Sportartikel und Sportmode in München auftreten. Dort wird erst einmal das Fachpublikum die App herunterladen dürfen. Der gewöhnliche Laufmuffel muss auf seinen persönlichen Running Trainer also noch einige Monate warten.

Bild: Evalu