Facebook erweitert ab heute weltweit seinen Like-Button. Ab sofort können Nutzer Emotionen wie Wut, Trauer oder Erstaunen ausdrücken, wenn ihnen ein einfaches Like unpassend erscheint.

Die Änderung hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereits im vergangenen September angekündigt. Im Oktober veröffentlichte der Konzern die Details der Änderung unter dem Namen „Reactions“, danach folgten Tests mit Nutzern in Spanien und Irland. Ab Mittwoch nun sollen die anderthalb Milliarden Facebook-Nutzer rund um den Globus ihre Emotionen angesichts von Facebook-Inhalten mit der neuen Funktion ausdrücken können.

Neben dem klassischen Like beherrscht Facebook ab sofort fünf weitere Emoticons: Mit einem Herz können die Nutzer Liebe ausdrücken, ein herzhaft lachender Smiley ist für witzige Posts gedacht und der offenmundig staunende Smiley soll Überraschung ausdrücken. Die letzten beiden Emoticons weinen oder blicken streng unter rot angelaufener Stirn in die Welt. Sie sollen Mitgefühl angesichts trauriger Inhalte oder Wut ausdrücken.

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Nicht durch die Testphase hat es der ermutigende Yay-Smiley geschafft. Bei der Ankündigung im Oktober war das rotbackig grinsende Emoticon noch dabei, nun ist die Emoticon-Auswahl von sechs auf fünf geschrumpft. Auch der von Nutzern vielfach geforderte simple Dislike-Button ist nicht vorgesehen.

Nutzer sollen sich jetzt wieder mehr beteiligen

Wer die neuen Emoticons ausprobieren will, muss heute darauf warten, dass Facebook die Funktion freischaltet. Smartphone-Nutzer sollten zudem darauf achten, dass sie die neueste Version der Facebook-App installiert haben. Mobilnutzer können die Reactions einfach abrufen, indem sie den Finger auf dem Like-Button gedrückt halten – dieser erweitert sich dann um die fünf Emoticons. Auf dem Desktop reicht es, mit dem Mauszeiger über dem Like-Button zu verharren, bis die Emotionsgrafiken sichtbar werden.

Facebook begründet die Einführung der Reactions mit der Schreibfaulheit der Mobilnutzer: Viele scheuen vor der virtuellen Tastatur des Smartphones zurück, also bleiben mit steigendem Anteil der Mobilnutzer immer mehr Beiträge völlig unkommentiert. Alternativ hatten die Nutzer bereits vor der Einführung von Reactions Smileys schlicht mittels Tastatursymbolen getippt, anstatt eine ausgeschriebene Nachricht zu hinterlassen. Dem soll Reactions entgegenwirken.

Es bleibt abzusehen, inwieweit die Nutzer die Reactions annehmen, und wie sie auf einzelne Inhalte reagieren werden. Vor Facebook hatten bereits diverse Nachrichtenseiten mit Emotionsbuttons experimentiert. Doch teils nutzten deutsche Leser das dazu, Freude über Nachrichten zu brennenden Asylunterkünften auszudrücken oder über Meldungen von geretteten Flüchtlingen zu trauern.

Introducing ReactionsToday is our worldwide launch of Reactions — the new Like button with more ways to express yourself. Not every moment you want to share is happy. Sometimes you want to share something sad or frustrating. Our community has been asking for a dislike button for years, but not because people want to tell friends they don’t like their posts. People wanted to express empathy and make it comfortable to share a wider range of emotions. I’ve spent a lot of time thinking about the right way to do this with our team. One of my goals was to make it as simple as pressing and holding the Like button. The result is Reactions, which allow you to express love, laughter, surprise, sadness or anger. Love is the most popular reaction so far, which feels about right to me!

Posted by Mark Zuckerberg on Wednesday, February 24, 2016

Dieser Artikel erschien zuerst bei Welt Online.

Bild: Screenshot/Facebook