Facebook News Feed Organische Reichweite


Laut Facebook keine künstliche Verknappung im News Feed

Wenn es nach Facebook geht, dann sollten alle, die dort Inhalte veröffentlichen, mehr für Werbung ausgeben. Dieser Eindruck zwängt sich zumindest auf, schaut man sich die aktuellen Entwicklungen bei der organischen Reichweite im News Feed an. Diese natürlich entstehende Reichweite hat sich seit einem kürzlichen Update teilweise stark verringert.

Laut Facebook hat das aber nicht mit einer künstlichen Verknappung zu tun. Es gab zwar ein Update. Ziel dieses Updates soll es aber nicht gewesen sein, Publisher dazu zu bewegen, Geld für den Ausgleich von Reichweiten-Verlusten auszugeben. Trotzdem bleibt das Thema problematisch und wird heiß diskutiert.

Aktuelle Studien sehen keine Gewinner, nur Verlierer. In den USA, aber auch in den Deutschland ist die organische Reichweite vieler Marken zurückgegangen. Das bezieht sich auf alle Unternehmensgrößen und es ist nicht damit zu rechnen, dass sich das so schnell wieder ändert. Dabei hat sich in der Tat nur die Reichweite innerhalb von Facebook geändert, was grundsätzlich keinen Einfluss auf den Traffic machen muss, der von Facebook geliefert wird.

Weniger Reichweite muss nicht weniger Traffic bedeuten

Diese Änderung der Reichweite innerhalb von Facebook kann dazu führen, dass sich auch der Traffic, der bisher von dem weltweit größten sozialen Netzwerk kam, negativ verändert. Facebook will primär, dass sich das digitale Leben auch auf Facebook abspielt und dafür sind Likes, Comments und Shares wichtig.

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Eine hohe Interaktionsrate für einzelne Veröffentlichungen auf Facebook-Seiten tragen zum Erfolg dieser Seiten bei, was natürlich im Sinne von Facebook ist. Auch deswegen sind die Gründe für dieses Update nicht eindeutig nachvollziehbar. Laut Facebook war die Änderung notwendig, weil immer mehr Inhalte in den News Feed drängen.

Um die Qualität des News Feeds wahren zu können, muss Facebook also seine Auswahlkriterien verschärfen. Durch eigene Auswertungen weiß Facebook recht genau, mit welchen Inhalten mehr interagiert wird und bei welchen Inhalten das nicht der Fall ist. Und weil die Interaktion für Facebook so wichtig ist, soll dieser Faktor entsprechend noch mehr berücksichtigt werden.

Der News Feed muss qualitativ hochwertig sein

Facebook selbst ist an einer möglichst hohen Qualität im News Feed interessiert und unterscheidet sich hier nicht zum Beispiel von Google. Google möchte möglichst hochwertige Suchergebnisse präsentieren. In beiden Fällen ist die angezeigte Werbung der Grund. Sind die User zufrieden, dann kommen sie häufiger wieder, verbringen mehr Zeit auf einer Plattform und engagieren sich mehr.

Eine höhere Verweildauer sorgt in der Regel auch dafür, dass tatsächlich mehr auf Werbung geklickt wird. Und weil auch Facebook mittlerweile ein börsennotiertes Unternehmen ist, muss Geld verdient werden. Das aktuelle Update beim News Feed wird vermutlich auch dazu führen, dass viele Unternehmen versuchen, die weggefallene Reichweite durch eigene Werbebuchungen auszugleichen.

Facebook hat betont, dass das nicht der Hauptgrund für die Änderung beim News Feed war, aber ganz sicher wird es ein angenehmer Nebeneffekt sein. Diesen Nebeneffekt werden aber vermutlich nur größere Firmen auslösen, weil vor allem kleine und vermutlich auch viele mittelständische Unternehmen nicht mehr Geld für Werbung auf Facebook ausgeben wollen oder können.

Weniger organische Reichweite für (fast) alle

Erste Tests haben gezeigt, dass es keine Unterschiede bei Unternehmensgröße oder Branchenzugehörigkeit gibt. Vom Startup bis zum großen Konzern ist die organische Reichweite überall gesunken. Das spricht dafür, dass sich die Änderung tatsächlich auf das komplette Facebook-Universum auswirkt.

Aus diesem Grund gibt es auch kein spezielles Rezept und keinen Trick, um sich dieser neuen Situation zu entziehen. Wer in Zukunft wieder mehr Reichweite haben will, ganz gleich ob nun organisch oder bezahlt, muss sich mit den neuen Voraussetzungen anfreunden. Facebook hat die Reichweite und bestimmt die Spielregeln.

Wer mit seiner Content-Strategie auch bisher schon auf hochwertige Inhalte gesetzt hat, sollte auf jeden Fall am Ball bleiben. Panische Reaktionen und das vorschnelle Buchen von Facebook Ads sind nicht die Lösung, denn bei allem Ärger, den der Rückgang der Reichweite verursacht, sorgt das News Feed Update auch für positive Effekte, die man allerdings nicht gleich auf den ersten Blick erkennt.

Facebook-Reichweite heißt nur, dass man „gesehen“ wurde

Ein Rückgang bei der organischen Reichweite heißt nicht zwingend, dass man auch weniger User erreicht. Das klingt zunächst verwirrend, hat aber einen einfachen Hintergrund. Die Reichweite, die Facebook bei veröffentlichten Postings angibt, sagt nur aus, dass diese Postings gesehen wurden. Dieses „Gesehen“ sagt aber noch nichts darüber aus, ob auch interagiert wurde oder ob durch einen Beitrag Traffic für die eigene Website generiert wurde.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegung muss der Rückgang bei der organischen Reichweite im News Feed auf Facebook also nicht zwingend negativ sein. Im Gegenteil: Es ist ab sofort sogar möglich, dass Streuverluste weiter eingegrenzt werden und man wirklich nur die Facebook-User erreicht, die sich auch wirklich für die eigenen Inhalte interessieren – und deswegen auch stärker interagieren oder auf Links klicken, die dann zu mehr Traffic führen.

Allerdings muss man sich nach wie vor Mühe geben, diese Facebook User zu erreichen und dafür gibt es diverse Mittel und Wege, auch jetzt noch. Facebook Marketing wird also anspruchsvoller, wenn man nicht übermäßig auf Werbung setzen will. Hier geht’s weiter.

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