Der erste elektrische Sportwagen von Aston Martin kommt 2018.

Die Finanziers von Faraday Future haben ihren ersten großen Kunden an Land gezogen. Der britische Traditionshersteller Aston Martin gibt bekannt, dass er zusammen mit dem chinesischen Unternehmen LeEco – den Inhabern von Faraday – die Entwicklung und Produktion des geplanten Elektro-Sportwagen RapidE starten möchte. Ab 2018 will Aston Martin sein erstes, gänzlich elektrisches Fahrzeug auf die Straße bringen.

Der RapidE soll mehr als 800 PS leisten, eine Reichweite von knapp 400 Kilometern besitzen und rund 250.000 Euro kosten. Allerdings fehlt Aston Martin das Know-How und die Entwicklungsmöglichkeiten für ein rein elektrisches Fahrzeug. Das Unternehmen hätte zwar durchaus Partner, die es um Hilfe fragen könnte: Die Daimler AG ist mit immerhin fünf Prozent an Aston Martin beteiligt. Trotzdem hat sich deren CEO Andy Palmer dazu entschlossen, lieber eine neue Kooperation einzugehen: mit Faraday Future und LeEco, das hinter Faraday steht.

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Das ausgerechnet der Newcomer Faraday den Zuschlag von Aston Martin bekommt, ist überraschend. Auf dem Markt tummeln sich diverse erfahrene Zulieferer, die in der Lage wären, dem Traditionshersteller Aston Martin unter die Arme zu greifen. Continental, Bosch und ZF liefern zum Beispiel Komponenten für Tesla.

Für die chinesische Firma LeEco sind das aber gute Nachrichten, handelt es sich doch um den ersten richtigen Auftrag für das Unternehmen Faraday, das bisher nicht mehr als eine Studie vorgestellt hat. Nebst der Absichtserklärung, „bald“ ein komplett neues Fahrzeug vorstellen zu wollen. Damit das produziert werden kann, baut Faraday gerade in der Nähe von Las Vegas eine neue Produktionsstätte.

Über die immerhin eine Milliarde Dollar teure Fabrik gibt es jede Menge Gerüchte. Der Finanzminister von Nevada, Dan Schwartz, äußerte gegenüber dem L.A. Business Journal erhebliche Zweifel an den Finanzkapazitäten von Faraday Future. Er habe auf einer offiziellen Reise in China mit verschiedenen Experten gesprochen, die Infrage stellten, dass die LeTV/LeEco-Gruppe die Mittel für den Bau der Fabrik wirklich besäßen. Allerdings weist das Business Journal auch darauf hin, dass die Zahlen für den LeTV-Gründer Jia Yueting nicht so schlecht aussehen: Er habe allein 500 Millionen Dollar bar zur Verfügung.

Bild: Aston Martin