Farfetch-Gründer José Neves

Das Londoner Farfetch will sich im umkämpften Luxus-Shopping-Markt stärker ausdehnen und startet sein Portal nun in Deutschland. Die Mode-Plattform setzt auf Expansion und ist bereits mit über einer Milliarde Dollar bewertet. Anfang März investierten E.ventures, DST Global, Vitruvian Partners und Condé Nast in einer Series-E-Runde 86 Millionen Dollar in die 2008 gegründete Firma.

Mit dem eingesammelten Geld sollen neben der deutschen auch die koreanische und spanische Seite gelauncht werden. In einer Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr kamen bereits 66 Millionen Dollar zusammen. Damit baute Farfetch-Gründer José Neves die Seiten für Russland, Japan und China auf.

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Anders als die Wettbewerber Net-a-porter oder das Münchner Unternehmen Mytheresa, das im vergangenen Jahr für 150 Millionen Euro von der US-amerikanischen Neiman Marcus Gruppe gekauft wurde, ist Farfetch ein reiner Vermittler für Luxus-Ware von individuellen Boutiquen in Europa und Nordamerika. Soll heißen: Bestellt ein Kunde ein Produkt bei Farfetch, wird die Bestellung direkt an die jeweilige Boutique weitergeleitet. Anschließend verschickt die Boutique die Ware aus dem eigenen Lager; ein von Farfetch beauftragter Kurierdienst holt sie ab. So spart das Londoner Startup die teuren Lagerkosten. Das Unternehmen verdient durch Kommissionen, die es bei jedem vermittelten Kauf kassiert.

1.000 Designer und 300 Boutiquen in Nordamerika und Europa vertritt Farfetch mittlerweile. „Es gibt so viele tolle Boutiquen, die sich keinen großen Onlineshop leisten können“, sagt der heute 40-Jährige José Neves gegenüber Welt Online. Neben unbekannten Marken, vertreibt sein Startup auch Gucci oder Louis Vuitton.

Die Investoren glauben offenbar fest an das Potenzial des Luxusmode-Markts online, denn Farfetch ist noch nicht profitabel. Neves will das gesammelte Geld zunächst in das Wachstum in Russland, China, Japan, Brasilien, den USA und eben in Deutschland stecken. Dafür wird auch das Marketing ausgebaut: Vergangenen Monat startete die erste Print-, Digital- und Außenwerbekampagne des Unternehmens.

Bisher hat Farfetch Büros in London, New York, Los Angeles, São Paulo and Porto und konnte nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Von Werbung und Reichweite erhofft sich der CEO für die kommenden Monate eine massive Umsatzsteigerung. „Dieses Jahr wollen wir die 500-Millionen-Dollar-Grenze knacken“, so Neves zu Welt Online.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch