CEO-Trio: Hartmut Teicke (Deutschland), Julian Teicke (Gründer und CEO von FinanceFox) und Michael John (Schweiz)

Fintech boomt – und weil das Bankgeschäft allem Anschein schwieriger zu knacken ist als das der Versicherer, kristallisiert sich dieser Bereich für immer mehr Startups als Einstiegspunkt heraus. Etwa für die App FinanceFox. Die will Versicherer, Vermittler und ihre Kunden zusammenbringen: Mit einer digitalen Unterschrift beauftragt der Kunde das Startup, das dann alle Versicherungspolicen des Kunden einholt, digitalisiert und in der App darstellt. Ein „hybrides Geschäftsmodell aus moderner App-Technologie und persönlicher Beratung auf Basis des traditionellen Versicherungsgeschäfts“, so erklärt es das Unternehmen. Nun hat das Ende 2014 in der Schweiz gegründete Startup eine Finanzierungsrunde über 5,5 Millionen US-Dollar abgeschlossen.

Angeführt wird diese Finanzierung von Salesforce Ventures, einer Tochter des Softwaregiganten, auf dessen Plattform die App auch basiert. Weitere Investoren sind AngelList, der Mittelstands-Geldgeber Idinvest, Seedcamp und der österreichische Risikokapitalfonds Speedinvest.

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Die FinanceFox-Macher sind keine Unbekannten in der Szene. Amir Suissa, Dario Fazlic und CEO Julian Teicke, die Gründer des Fintech-Startups, haben zuvor mit DeinDeal das nach eigenen Angaben „bis heute am schnellsten wachsende Schweizer E-Commerce-Unternehmen“ gestartet. Michael John, operativer Chef von FinanceFox Schweiz, und Hartmut Teicke, der das Deutschland-Geschäft führt, waren währenddessen lange im klassischen Versicherungsmarkt tätig und wollen die entsprechende Erfahrung nun beim Startup einbringen.

Mit dem frischen Kapital will das seit vier Monaten in der Schweiz und seit drei Monaten auch in Deutschland aktive FinanceFox das Marketing und den Vertrieb in der Heimat sowie hierzulande ausbauen, aber auch weitere Märkte erschließen. Derzeit gebe es bereits Büros in Berlin, Zürich sowie Barcelona, in denen nach eigenen Angaben insgesamt 70 Mitarbeiter beschäftigt sind. Auf mehr als 15 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet rund 14 Millionen Euro, wird das über die App vermittelte Versicherungsprämien-Volumen beziffert – wie auch vergleichbare Angebote verdient das Startup über Courtagen und Provisionen der Versicherer Geld.

FinanceFox möchte Versicherungstarife und -leistungen transparenter und vergleichbarer machen. Zudem verspricht das Startup Endkunden letztendlich attraktivere Konditionen – vor allem aufgrund einer reduzierten Kostenbasis bei den Maklern, die das Startup durch schlankere, digitalisierte Prozesse möglich machen will.

Bild: FinanceFox