Cobrainer-compressor

Das Gründerteam (v.l.): Sarath Kumar Kondreddi, Hanns-Bertin Aderhold, Sunil Ramgopal Tatavarty, Amelie Schlachter, Martin Kiechle und Anton Zering

Die meisten Startup-Gründer wissen ganz genau, was ihre Mitarbeiter drauf haben. Doch wenn ein Unternehmen wächst und wächst, verlieren sie irgendwann den Überblick. Dieses Problem will das Münchner Startup Cobrainer zu Geld machen. Das sechsköpfige Gründerteam um Geschäftsführer Hanns-Bertin Aderhold digitalisiert Mitarbeiterprofile für Unternehmen und große Konzerne – mit besonderem Fokus auf die speziellen Fähigkeiten eines jeden Angestellten. In einer Seed-Finanzierungsrunde investieren nun Bayern Kapital und Vogel Ventures eine siebenstellige Summe in die Geschäftsidee. Ebenfalls mit an Bord sind die Business Angels Michael Brehm und Andy Goldstein sowie Altinvestor Linden Capital.

Cobrainer hat nach eigenen Angaben mittlerweile eine sehr umfassende Experten-Datenbank aufgebaut und trainiert eine künstliche Intelligenz, die durch das Lesen von Fachartikeln lernt, welche beruflichen Fähigkeiten häufig mit anderen verbunden sind. Sucht man also beispielsweise nach „Batteriepacks“, werden auch Mitarbeiter vorgeschlagen, die sich mit Energieübertragung von Lithium-Ionen beschäftigen. Die Begriffe stimmen zwar nicht überein, haben aber miteinander zu tun.

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Will ein Unternehmen also firmenintern Projekte oder Fortbildungen starten und sucht unter seinen eigenen Mitarbeitern nach Experten, hilft die Suchmaske des Startups: Sie fahndet nach den Personen, die in diesem Feld bereits gearbeitet oder Patente angemeldet haben. Geld nimmt Cobrainer nicht pro Suche sondern über Lizenzen ein. „Im Jahr zahlt ein Unternehmen für unseren Service etwa eine sechsstellige Summe“, sagt Gründer Hanns-Bertin Aderhold, „so um die 200.000 Euro.“

Auch DAX-Konzerne sind unter den Kunden

Mit der Investment-Spritze der Geldgeber will das Startup nun in den Vertrieb und die Kundenakquise investieren und auch personell aufstocken. Bisher beschäftigt Cobrainer 13 Mitarbeiter. Außerdem arbeite das Startup an einer API, so Aderhold, die es anderen Unternehmen ermöglichen soll, den Suchalgorithmus von Cobrainer in eigene Software-Produkte zu integrieren.

Direkte Konkurrenz habe man in Deutschland derzeit keine, glaubt Aderhold. In den USA verspricht aber beispielsweise auch Indexedmind die firmeneigenen Fähigkeiten besser zu managen. „Man kann sagen, dass wir als Technologie mit allen Tools konkurrieren, bei denen man sich selbst ein Expertise-Profil anlegen kann,“ präzisiert Aderhold. Während bei Xing und LinkedIn also jeder seine Skills manuell eintippt, automatisiere Cobrainer solche Mitarbeiter-Profile für Unternehmen und mache die firmeneigene Expertise verwertbar. 

Entstanden ist das Startup 2013 aus einem universitären Forschungsprojekt der TU München. Laut Unternehmensangaben ist Cobrainer seit Oktober 2016 profitabel und zählt bereits DAX-Konzerne und Mittelständler aus den Bereichen Pharma, Chemie, Banking und Maschinenbau zu seinen Kunden.

Bild: Cobrainer