Finanzierungsrunde, FP Commerce, Roland Zimmermann, Zimbo

Sie startete im letzten Jahr und keiner wusste so recht, wohin die Reise gehen soll: die Ecommerce-Offensive der Samwer-Brüder. Manchmal hatte man fast den Eindruck, dass die drei Jamba-Gründer selbst noch etwas am experimentieren sind, was das Thema Onlinehandel angeht. Gründerszene beleuchtete das Nischenshop-System der Samwers bereits in einem separaten Artikel und wie nun dem Handelsregister zu entnehmen ist, hat die FP Commerce GmbH (www.fp-commerce.com) jüngst eine Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Wursthersteller Reinhold Zimmermann steigt bei FP Commerce ein

Exciting Commerce hatte schon in der letzten Juni-Woche über eine Finanzierung des Shopsystems berichtet, nun lässt sich diese auch in Namen und Zahlen belegen: Zwölf Prozent der Anteile haltend, ist mit Reinhold Zimmermann ein ungewöhnlicher Investor eingestiegen. Zimmermann leitete die Geschicke des deutschen Fleisch- und Wurstwarenherstellers Zimbo mit Sitz in Bochum. Gegründet 1953 von Max Zimmermann, übernahm Reinhold Zimmermann 1971 den Betrieb und übergab ihn 2008 an seinen Sohn.

Über die Zimmermann Beteiligungen GmbH & Co. KG (an der neben Reinhold Zimmermann auch noch andere Gesellschafter wie etwa die Familie Zimmermann beteiligt sein können) stieg Reinhold Zimmermann Ende Juni 2010 in FP Commerce ein. Ein Investment, das wohl in den Bereich der Gesamtvermögensallokation fällt. Zimmermann dürfte im Ecommerce-Bereich eher mäßig erfahren sein und primär ein Interesse daran haben, seine Vermögensanlagen zu diversifizieren. Dem Management-Team von FP Commerce kommt dies zugute, weil ihnen so Kapital zur Verfügung steht und gleichzeitig gearbeitet werden kann, ohne das ein neuer Investor zu viele Fragen stellt. Eine Unternehmensinterne Quelle verriet Gründerszene, dass es sich bei der Finanzierungsrunde durch Reinhold Zimmermann um einen substantiellen Betrag gehandelt haben soll, die genaue Höhe ist jedoch nicht bekannt.

So funktioniert die FP Commerce GmbH

Was Nischenshops und die dazugehörigen Produkte so interessant macht, ist die wenige Konkurrenz in diesen Segmenten. Wer etwas von Internet-Fachthemen wie Online-Marketing oder Conversion-Optimierung versteht, wird sich in der Regel nicht in diesen Segmenten tummeln. Umgekehrt sind diese Nischen für große Handelskonzerne nicht attraktiv genug und diejenigen, die online-erfahren sind, haben in der Regel nicht das Verkaufs-Knowhow in diesen Sparten. Von der FP Commerce GmbH sind bisher im wesentlichen zwölf solcher Shops in kleinen Segmenten bekannt:

Was FP Commerce attraktiv macht, ist die Anwendung effektiver Prozesse in einem quasi konkurrenzlosen Segment. Wendet FP Commerce dieselben Prozesse auf verschiedene Themen an, führen diese in Summe zu attraktiven Umsätzen. Ein Nischenshop für sich genommen, mag keinen großen Reiz haben, doch gerade, wenn sich mehrere Shops auf addieren, sinken die Opportunitätskosten und steigen die Umsätze. Branchenkenner sprechen für die FP-Commerce-Zugpferde Lampen-Experte.de und Möbel-Profi von jeweils monatlich sechsstelligen Umsätzen. Vorbild dieses Modells ist das amerikanische Unternehmen CSN Stores, welches es auf über 200 solcher Nischenshops bringt.

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