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Das so genannte „Vesting“ gehört zu den Themen, die häufig bei der Dokumentation einer Finanzierungsrunde diskutiert und verhandelt werden. Doch was der eine bei dem Begriff unter einer Standard-Vesting-Regelung versteht, mag für den anderen als unangemessene Absicherung erscheinen. Doch worum geht es bei Finanzierungsrunden mit Vesting eigentlich?  Mehr zu diesem Thema unter anderem auch im Gründerszene Finanzierungsrunden-Seminar.

Vesting: Worum geht es?

Ursprünglich stammt der Gedanke des Vesting aus US-amerikanischen Optionsplänen. Der Begünstigte erhält entweder Optionsrechte in Abhängigkeit von der Dauer seiner Beschäftigung nach und nach zugeteilt. Oder aber er bekommt auf einen Schlag sämtliche Optionsrechte, diese können ihm aber, sollte er nicht mehr für das Unternehmen tätig sein, wieder genommen werden. Die Drohung mit dem Damokles-Schwert lässt aber mit zunehmender Tätigkeit für die Gesellschaft nach, denn die Optionen werden schrittweise unverfallbar (neudeutsch: „gevestet“).

Ähnlich ist es beim Founders‘ Vesting: Investoren investieren vor allem auch in Köpfe. Wieso soll ein Gründer, der nur eine kurze Zeit für die Gesellschaft tätig war, Anteile behalten dürfen? Dies ist die wirtschaftliche Frage, die sich Investoren und gegebenenfalls die Gründer untereinander stellen müssen.

Investoren bestehen daher meistens darauf, die Anteile von Gründern, wenn diese nicht mehr für die Gesellschaft tätig sind, erwerben zu können. Verschiedene Varianten sind denkbar: Die Anteile können grundsätzlich immer vom Investor erworben werden und die Art des Ausscheidens spielt nur für den Kaufpreis eine Rolle. Oder das Erwerbsrecht nimmt prozentual mit Dauer der Tätigkeit für die Gesellschaft ab, die Anteile werden unverfallbar und können nur noch in Ausnahmefällen erworben werden.

Folgende Punkte sind beim Vesting zu beachten:

  • Laufzeit: Der Start der Periode, ab der die Zeit für die Unverfallbarkeit berechnet wird, kann sofort mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde beginnen. Oder setzt, in Form eines sogenannten Cliffs, erst später ein. Ist die Startzeit festgelegt, so gilt es, die Periode insgesamt zu bestimmen und aufzuteilen („Vesting Schedule“). Wie viele Anteile werden pro Zeitabschnitt unverfallbar? Hier gibt es keine strengen Regeln. Drei bis vier Jahre sind üblich.
  • Exit: Im Falle des Exit ist zu klären, ob ein vorgezogenes Vesting aller Anteile erfolgen soll („Accelerated Vesting“). Oft wird bei Exit-Regelungen diskutiert, ob sich Gründer zur weiteren Arbeit beim Unternehmen im Fall des Exit verpflichten müssen.
  • Good Leaver / Bad Leaver: Die Gründe für ein Ausscheiden des Gründers können unterschiedlich sein. Man trennt sich entweder, wenn der Manager unverschuldet geht („Good Leaver“) oder aus wichtigem Grund („Bad Leaver“). Viele Regelungen sehen vor, dass selbst unverfallbare Anteile im Bad-Leaver-Fall durch die Investoren erworben werden können. Außerdem kann der Trennungsgrund einen Unterschied für die Frage des Kaufpreises beim Erwerb der Anteile des Gründers durch die Investoren anlässlich seines Ausscheidens machen. So wird in der Regel vorgesehen, dass der Good Leaver mehr erhält als der Bad-Leaver. Maßstab kann sein: Einstandspreis, Nominalwert oder Verkehrswert (ggf. auch anteilig).

Beteiligungsverträge verhandeln lernen im Gründerszene-Seminar

Mehr zum Thema Vesting und zum Hintergrund von Verhandlungen bei Finanzierungsrunden kann man im Gründerszene-Seminar “Finanzierungsrunden” erfahren. Die nächsten Seminare finden kommende Woche in München und Berlin statt.

20 Prozent Rabatt für alle Kurzentschlossenen

Für alle Last-Minute-Bucher, die noch am Finanzierungsrunden-Seminar in Berlin oder München teilnehmen möchten, bietet Gründerszene einen 20 Prozent Rabatt. Um den Rabatt einzulösen muss lediglich der Rabattcode

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in das entsprechende Rabattfeld bei amiando eintragen werden oder schreibt alternativ eine kurze Mail an seminare@gruenderszene.de.

Veranstaltungsinformationen

  • Berlin: Vertical Media GmbH / Torstraße 179, 10115 Berlin
  • München: CMS Hasche Sigle / Nymphenburger Straße 12, 80335 München
  • Datum: Mittwoch, 13.06.2012 09-13 Uhr, bzw. 17-21 Uhr
  • Kosten: 199,00 Euro pro Person (zzgl. Mwst.)

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