MoneyMap

Das Gründerteam Felix Kaiser, Frank Broer und Dmitry Kharchenko (von links)

Wenn Frank Broer von seinem neuen Startup erzählt, bekommt er meist die gleiche Reaktion. Die Leute sagen ihm dann: „Die Idee ist gut – aber Moment, was ist mit dem Datenschutz?“ Das gerade gestartete Portal MoneyMap will künftig alle Verträge seiner Kunden digital verwalten. Der entscheidende Punkt: Das Startup analysiert dafür das Girokonto des Nutzers. Über eine Anbieterdatenbank ordnet das Unternehmen die bestehenden Verträge auf diesem Weg zu, erkennt also etwa den Strom- oder Mobilfunkanbieter. Der Nutzer bekommt in einem zweiten Schritt konkrete Angebote und kann einen Vertragswechsel automatisch veranlassen.

Den Gründern ist bewusst, dass der Einblick ins persönliche Girokonto eine heikle Sache ist. Mit dem sensiblen Thema Datenschutz und Datensicherheit setze sich das Startup intensiv auseinander, es gebe hohe Sicherheitsstandards, versichert CTO Dmitry Kharchenko. Wer das Startup trotzdem nicht in das Konto schauen lassen will, gibt einfach seine Kundennummern an – und das Unternehmen erfragt die restlichen Vertragsdetails. „Wir machen uns keine Illusionen“, sagt Mitgründer Felix Kaiser, „wir werden da noch Überzeugungsarbeit leisten müssen“.

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Gerade durch den automatischen Wechsel der Verträge will sich das Startup von der Konkurrenz absetzen. Das Münchner Unternehmen Aboalarm, über das Kunden ihre Verträge kündigen können, bietet ebenfalls eine Verbindung mit dem Konto an. Broer erklärt den Unterschied: „Bei uns liegt der Fokus nicht auf der Kündigung, sondern wir wollen dem Kunden zeigen: Bei diesem Vertrag verschwendest du Geld.“ Dafür suche das Startup die Vergleichsangebote nicht nur nach dem besten Preis aus, sondern habe eigenen Kriterien entwickelt. „Wir schauen uns dann beispielsweise an, ob es verstecke Kosten gibt, was es für Kundenfeedback zu dem Anbieter gibt oder wie sich Verbraucherzentralen zu dem Anbieter positionieren“, sagt Broer.

Eine große Bank hat in das Unternehmen investiert

Gestartet sind die drei Gründer im vergangenen Sommer – zusammen mit FinLeap, dem Berliner Fintech-Inkubator. Geschäftsführer Broer war vorher CFO bei Auxmoney. Mit etwa 20 Mitarbeitern wollen sie MoneyMap erst einmal in Deutschland bekannt machen. Über die Investoren schweigt sich das Startup bislang aus. Allerdings ist im Handelsregister ersichtlich, dass die Hypovereinsbank bei dem Finleap-Venture eingestiegen ist.

Aktuell ist es erst einmal möglich, seine Strom- und Gasverträge automatisch zu wechseln. Schon bald sollen Anbieterwechsel in mehreren Bereichen, etwa für die Handy- und Internetverträge, ebenfalls funktionieren. „Unsere Vision ist es, dass wir dem Nutzer zu jedem Vertrag, auch zu Versicherungen oder Anlageprodukten, einen Vergleich geben können“, sagt Broer. Das Unternehmen will dann Kündigung und den Import des neuen Vertrages organisieren. Über eine Provision für den Wechsel verdient MoneyMap, für den Kunden ist der Dienst gebührenfrei.

Einen wichtigen Vertriebspartner sucht das Unternehmen derweil in der Bankenbranche. Eine großes Geldhaus sei bereits ein Partner, sagt Broer. Die Partnerbanken sollen den Service von MoneyMap dann bei ihren Kunden bewerben. „Das wird zusätzliches Vertrauen geben“, sagt Broer. Ende des Jahres will das Startup drei Banken von sich überzeugt haben.

Bild: Moneymap