valendo-bresan-buttlar

Die Gründer des Online-Pfandhauses Valendo: Andreas von Buttlar und Lars Bresan

Der Fintech-Inkubator Finleap startet heute sein neues Startup Valendo: ein Online-Pfandleihhaus. Es soll schnelle Sachwertdarlehen ermöglichen, vor allem für kleinere Unternehmen und Selbstständige, aber auch Privatleute. Damit ist Valendo neben Savedo und Billfront das dritte gelaunchte Finleap-Startup seit dem Start des Inkubators im Dezember 2014. Finleap wurde von der Startup-Fabrik Hitfox ausgegründet.

Um Geld von Valendo zu erhalten, können Kreditnehmer beispielsweise teuren Schmuck, Edelmetalle oder zukünftig auch Kunstgegenstände ab einem Wert von 3.000 Euro abholen lassen und versichert einsenden lassen. Dafür muss zunächst online ein Antrag für ein Darlehen erstellt werden, der innerhalb von 24 Stunden geprüft werden soll. Die Zinsen im Pfandleihgeschäft sind gesetzlich geregelt und liegen pro Monat bei einem Prozent des Kredits. Außerdem fallen monatliche Gebühren an, die zwischen zwei und drei Prozent des Pfandwerts liegen. Zum Vergleich: Wer seine Bonität nachweisen kann, kommt beispielsweise mit acht Prozent Zinsen pro Jahr auf einen Dispokredit deutlich günstiger weg.

Anzeige
Der Vorteil von Valendo soll eine unbürokratische Kreditvergabe ohne Schufa sein. Mitgründer und Geschäftsführer Andreas von Buttlar sagt: „Vor allem Unternehmer und Selbstständige mit unregelmäßigem Einkommen haben wegen der strengen Kriterien oft Probleme, kurzfristig an Kredite zu gelangen. Banken lehnen Kleinkredite häufig ab, da die Prozesse zu aufwändig sind, als dass sich das Geschäft für sie lohnen würde.“ Kann ein Kreditnehmer den Kredit nicht mehr bedienen, droht kein negativer Eintrag. Das Pfand wird von dem Leihhaus öffentlich versteigert.

Ausfälle sind laut Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes aber gering: Die Rückzahlquote liege bei knapp über 90 Prozent. Valendo setzt auf diese hohe Zahl – umfassende Erfahrungen bei Online-Sachwertdarlehen gibt es allerdings noch nicht. Mitgründer Lars Bresan sagt: „Der Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Das bietet für uns die Möglichkeit, Valendo innerhalb der kommenden Jahre zum Marktführer in Europa zu machen. In wenigen Jahren wird es selbstverständlich sein, dass Menschen ihre Sachwerte für Investitionen mit in die Waagschale werfen.“ Bei Finleap zeigt man sich positiv: Bei Unternehmern sei es bereits Gang und Gäbe mit Pfandleihen kurze Illiquidität zu überbrücken, es rede nur keiner gerne darüber.

Neben Valendo gibt es weitere Unternehmen, die das Pfandhaus-Geschäft ins Internet bringen: Die Kreditfirma Duratio vergibt ebenfalls Sachwertdarlehen, ebenso die Essener Firma iPfand, die von der Deutschen Pfandkredit AG betrieben wird. Alle werben mit einer unkomplizierten Überbrückung finanzieller Engpässe. Einen weiteren Mitbewerber, Lombardie’s, hat Mitgründer Lars Bresan sogar selbst mit aufgebaut, bevor er zu Valendo wechselte. Die Lombardie’s-Webseite wird momentan gewartet.

Bresan bringt einige Jahre Erfahrung im Pfandleihe-Business mit. Er war unter anderem Assistent der Geschäftsführung bei der Exchange, die diverse Pfandleihhäuser in Deutschland betreibt. Mitgründer von Buttlar war vor Valendo Vermögensberater bei Flossbach von Storch. Das Team ist nun gerade zweistellig und soll weiter ausgebaut werden.

Bild: Valendo