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Der Kölner Startup-Geldgeber DvH Ventures investiert zusammen mit Business Angels einen „niedrigen Millionenbetrag“ in das Münchner Fintech-Startup NDGIT. Das hat es sich zur Aufgabe gemacht, Finanzdienstleister und Startups technisch miteinander zu verbinden. Zum Beispiel damit ein Roboadviser auf Konto- und Depotinfos einer Bank zugreifen kann. Oder damit ein Kontowechselservice die Kontendaten von einem zum anderen Konto bewegen kann.

Die Lösung der beiden Gründer: Die Schnittstelle des Startups soll wie ein Übersetzer funktionieren und die Daten des einen zugänglich machen für den anderen – unabhängig davon, welche Systeme auf beiden Seiten zum Einsatz kommen. „Wir wollen zweierlei sein. Zum einen eine technologische Lösung. Zum anderen aber auch ein Marktplatz, der Akteure aktiv zusammenbringt“, erklärt Dlugosch.

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Ähnliches haben aber auch andere im Sinn. Vom Hamburger Startup Figo soll sich NDGIT etwa darin unterscheiden, dass es ein breiteres Angebot bietet. Und von der Berliner Solaris Bank, dass NDGIT keine Bank sei, so die Gründer. Letzteres soll vor allem die Zusammenarbeit mit anderen Kreditinstituten einfacher machen.

Gegründet wurde NDGIT von Oliver Dlugosch und Florian Pahl, beide sind auch Geschäftsführer des Münchner Startups und haben zuvor als Vorstand und Gründer anderer Unternehmen bereits Geschäftserfahrung gesammelt. „Wir sind Schulfreunde“, sagt Dlugosch, „vor eineinhalb Jahren hatten wir gemeinsam die Idee, eine Art Plattform für die Digitalisierung im Bankgeschäft aufzubauen.“ Denn: Alle wollen digitaler werden – aber irgendwie schien das nicht zu passieren. Finanziert hatten die beiden Gründer das Startup anfänglich aus eigener Tasche. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeiter.

Erste Kunden habe das Startup bereits. Namen will Dlugosch nicht verraten. Nur so viel: Unter anderem gehörten dazu „eine große Direktbank, die Konten aggregiert, auch ein Berliner Fintech, das einen Kontowechselservice anbietet, oder eine Schweizer Bank, die die sich mit digitalen Partnern vernetzen möchte.“ Mit dem neuen Kapital – in den Fintech-Fonds von DvH Ventures hat unter anderem die Norddeutsche Landesbank Geld gesteckt – will das Startup seine Aktivitäten vom deutschsprachigen Raum auf das EU-Gebiet ausweiten. Geld verdient NDGIT damit, dass seine Kunden eine Grundgebühr sowie eine nutzungsabhängige Gebühr für die Nutzung der Programm-Schnittstelle zahlen.

Bislang haben die Banken mit dem Zugang zu den eigenen Datensilos gegeizt. Zum einen aus strategischen Gründen. Aber auch, weil sie mitunter damit beschäftigt waren, die eigene IT auf einen modernen Stand zu bringen. Beides sieht Dlugosch heute nicht mehr als Hindernis. „Bei den Banken ist angekommen, dass man nicht mehr auf seinen Daten sitzen darf, Open Banking wird zu einem immer wichtigeren Stichwort. Und auch die EU fördert offene Schnittstellen im Rahmen der Payment Services Directive 2“, erklärt der NDGIT-Gründer. Auch technisch gebe es kaum mehr Hindernisse. „Über gut dokumentierte Schnittstellen können Daten an eine Vielzahl von Partnern multipliziert werden“, sagt er – natürlich mit Blick auf das eigene Geschäftsmodell.

Bild: NDGIT