Thomas Pischke, Bilal Karim Reffas von CocktailTrade zusammen mit Mariusz Bodek von der Startup-Garage (von links)

Ende September warb Comdirect-Chef Arno Walter im Gründerszene-Interview bereits wortreich um die Gunst der Fintech-Startups: „Die Comdirect ist mittendrin und bietet sich als Partner an“, sagte er. Im Ton unterscheidet er sich damit von Branchenkollegen wie dem Deutsche-Bank-Chef. Denn Jürgen Fitschen kündigte an, seine Bank wolle den Fintechs künftig stärker Konkurrenz machen.

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Teil von Walters Umarmungs-Strategie ist dagegen die sogenannte Startup-Garage. In einer „sehr frühen Phase“ unterstütze die Bank Fintech-Teams mit 10.000 Euro etwa für Marktforschung und Räumlichkeiten. Anteile wolle das Unternehmen dafür nicht haben. Nach den drei Monaten können Startups und Bank über eine mögliche Partnerschaften reden, wie der Comdirect-CEO im Interview erklärte.

Etwa zwei Monate nach der Ankündigung stehen jetzt die beiden Kandidaten für das Förderprogramm fest. Einen Platz hat dabei ein junges Team erhalten, das erst vor Kurzem für Aufsehen sorgte. Die beiden Entwickler Thomas Pischke und Bilal Karim Reffas gewannen den Bankathon in Offenbach. Die beiden kennen sich von einem Hackathon und sind erst 25 und 20 Jahre alt.

Ihr Produkt CocktailTrade ist eine Art Google für Aktien. Pischke erklärte das Prinzip im Gründerszene-Interview:

„Wir präsentieren [dem Nutzer] auf Basis seiner Anfrage die passenden Aktien – zum Beispiel von Automobilherstellern. Unser Algorithmus stellt ein Aktienpaket zusammen, das sich auf die Fundamentaldaten der Firmen, deren Performance in den letzten Monaten und das News-Sentiment, also die Tonalität in den Medien, stützt.“

Auch das zweite Team in der Startup-Garage beschäftigt sich mit Geldanlagen, mit einem ähnlichen Ansatz. Anyfolio ermöglicht Investitionen in themenbasierte Portfolios. Anleger haben dadurch angeblich die Möglichkeit, ihr Geld in Trends wie IT-Sicherheit, Big Data oder Online Gaming zu stecken. Hinter der Fintech-Idee steht der Unternehmer Frank-Steven Eichholtz, der bereits mehrfach gegründet hat. Laut dem Gründer handelt es sich dabei um eine „ganzheitliche Social-Trading-Plattform“. Die Aktien werden durch ein Team von Profis und die Community ausgewählt, wie Eichholtz auf Nachfrage erklärte.

Die beiden Startups kommen ab Januar für drei Monate im Betahaus in Hamburg unter.

Bild: Elisabeth Neuhaus / Gründerszene