Mitbewohner

Welchen Eindruck macht der WG-Kandidat? Flatss-Nutzer bewerben sich per Video auf Inserate.

In Zeiten von WG-Castings und Massenbesichtigungen müssen sich Wohnungssuchende etwas einfallen lassen, um aufzufallen. Kai Apeltauer glaubt, dass das mit Videobotschaften klappen könnte. Der 29-Jährige hat eine App gestartet, die auf ebendieser Idee aufbaut: WG-Anbieter nehmen Videos mit einer Länge von maximal 60 Sekunden auf, in denen sie sich und ihre Vorstellungen vom Wunsch-Mitbewohner präsentieren und gegebenenfalls durch das zu vergebene Zimmer führen. Suchende können sich auf diese Inserate direkt bewerben – ebenfalls audiovisuell.

Flatss, so der Name der App, ist denkbar einfach aufgebaut: Freie Zimmer und WGs können sortiert nach Größe, Preis und Stadt angezeigt werden. Inseriert wird ein Zimmer unter der Angabe relevanter Eckdaten und mit einem Video. Das eigene Profil, versehen mit Bild und einigen persönlichen Informationen, ist der dritte und letzte Punkt auf der Navigationsleiste.

Kai Apeltauer

Flatss-Mitgründer Kai Apeltauer

Langfristig werden Nutzer auch allgemeine Zimmer-Gesuche in Video-Form hochladen können, kündigt Apeltauer an. Die Anbieter würden dann nur jene Kandidaten angezeigt bekommen, die auf ihre Suchkriterien passen. Viel los ist auf der Plattform jedoch nicht, hier und dort dümpeln ein paar Videoanzeigen herum.

Die App kostet nichts – wie finanziert sich das Unternehmen also? Man habe einen Business Angel an Bord, erklärt Apeltauer. Und auf lange Sicht? „Für private Anbieter und Suchende ist der Service erstmal kostenlos“, sagt Apeltauer. „Wir wollen aber internationalisieren und Funktionen zur Monetarisierung implementieren.“

Momentan finden sich auf Flatss ausschließlich Berliner WGs. Die Zielgruppe des Dienstes sind, natürlich, vor allem Studenten. Bis zum kommenden Wintersemester wollen die Gründer ihre App dann auch in andere deutsche Universitätsstädte gebracht haben.

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Hinter Flatss steht neben Kai Apeltauer auch Marco Kroesen, der bereits das Coworking-Portal Spacesharing mitgründete. Einen Entwickler sucht man im Team vergeblich, die Entwicklung der App lagerten die Gründer an einen externen Anbieter aus.

Gestandenen Anbietern wie WG-Gesucht oder Dreamflat, das 2014 von Immowelt übernommen wurde, will Flatss vor allem eins voraus haben: „Wir lösen das Problem des fehlenden ersten Eindrucks“, so Apeltauer. Bleibt die Frage, ob dieser erste Video-Eindruck tatsächlich authentischer ist als die persönliche Begegnung.

Die App ist im Apple App Store und Google Play Store erhältlich.

Bild: Getty Images/Hero Images