Flexibilitätsstudie

Wie flexibel sind Gründer?

In gewisser Weise bestätigt es das Image des Gründertums, was Forsa im Auftrag von von Cosmos-Direkt in einer nach eigenen Angaben repräsentativen Studie herausgefunden hat. Selbstständige und Freiberufler schreiben sich von allen Berufsgruppen die höchste Flexibilität zu: 63 Prozent der Selbstständigen bezeichnen sich als “eher flexibel”, genau ein Drittel sogar als “sehr flexibel”, heißt es in der Untersuchung. Weder Beamte (22 Prozent), noch Angestellte oder Arbeiter (jeweils 18 Prozent) haben so hohe Werte in letzterer Kategorie.

Zudem sei für 71 Prozent der Selbstständigen Flexibilität etwas Freiwilliges. Damit liegen sie laut Forsa noch einmal deutlich über dem bereits hohen Bundesdurchschnitt von 62 Prozent. Diese Anpassungsfähigkeit spiegle sich etwa in variablen Arbeitszeiten wider. Während im Schnitt schon jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland in der Freizeit für Kunden und Kollegen erreichbar ist, sind es bei den Selbstständigen drei von vieren. Unter denen, die erreichbar sind, empfinden dies nur 25 Prozent als störend.

Selbstständige sind (nicht immer) spontaner

Geht es um die Wochenplanung, so heißt es von den Studienbetreibern weiter, seien Selbstständige ebenfalls besonders flexibel. Nur jeder Dritte weiß gerne schon zu Beginn der Woche, was auf ihn zukommt. Rund 59 Prozent entscheiden lieber spontan von Tag zu Tag – zwölf Prozent mehr als der Bevölkerungsdurchschnitt von 47 Prozent.

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Doch nicht immer sind Selbstständige unsteter als der Rest der Republik: So sind sie nach Studienangaben im Schnitt beispielsweise in den vergangenen fünf Jahren nicht öfter umgezogen und haben in etwa so viele größere Veränderungen im Privatleben gehabt wie der Durchschnitt aller Deutschen. Finanziellen Spielraum hat ein Großteil der Selbstständigen. So können mehr als zwei Drittel nach eigenen Angaben bei unerwarteten Ereignissen auf Erspartes zugreifen (71 Prozent).

Die in der Studie angegebenen Gründe für den Schritt in die Selbstständigkeit sind vorrangig positiv: Selbstverantwortliches Arbeiten nannten 83 Prozent als Motivation, die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, wurde von 78 Prozent der Befragten als Grund angegeben, und die freie Einteilung der Arbeitszeit wurde von 61 Prozent geschätzt. Wie die Ergebnisse insgesamt wenig überraschend: Besonders reizvoll ist für 76 Prozent auch die Tatsache, ihr eigener Chef zu sein. Vergleichsweise selten wurden hingegen die Verdienstaussichten (40 Prozent) oder der Mangel an Alternativen (37 Prozent) genannt.

Übrigens: Die Balance zwischen ihrem Berufs- und Privatleben funktioniert der Studie zufolge für 40 Prozent der gesamten(!) Erwerbstätigen gut. Etwas mehr als jeder Dritte sagt derweil, bei ihm sei die sogenannte Work-Life-Balance leicht in Richtung Arbeit verschoben, bei neun Prozent dominiert die Arbeit sogar deutlich. Dabei gibt es auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 47 Prozent der berufstätigen Frauen sehen ihre Work-Life-Balance als ausgeglichen an, bei den Männern sind es nur 35 Prozent.

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Motive für die Selbstständigkeit

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