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Der Flinc-Vorstand mit Gründer Michael Hübl (Mitte)

Flinc-Gründer Michael Hübl schießt gegen Uber

Als das Landgericht Frankfurt am Dienstag die Anfang September erlassene einstweilige Verfügung gegen den Mitfahrdienst UberPop aufhob, frohlockte Uber-Sprecher Fabien Nestmann im Unternehmensblog: „Die Entscheidung ist ein wichtiger Schritt hin zur Anerkennung von Uber als innovative und legitime Bereicherung für die mobile Gesellschaft in Deutschland.“

Jener Blogeintrag, in dem das US-Startup zudem erklärt, es sehe sich „in seiner bisherigen Haltung und Rechtsauffassung bestätigt“, bringt nun einen Uber-Konkurrenten auf die Palme: Michael Hübl, Mitgründer der regionalen Mitfahrzentrale Flinc, kritisiert auf seinem Blog in deftigen Worten, Uber verkaufe „seine Nutzer und das deutsche Rechtssystem für dumm“. Den Text hat Hübl mit „Die Uber-Lügen“ überschrieben.

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So kritisiert Hübl, der Uber-Kommentar suggeriere, das Landgericht habe dem Startup in der Sache recht gegeben. Tatsächlich hat das Gericht die einstweilige Verfügung nur aus formalen Gründen gekippt, eine inhaltliche Entscheidung trafen die Richter nicht. Diese dürfte erst in einem Hauptverfahren fallen – und bisher sieht es sogar so aus, dass das Gericht eher nicht der Argumentation von Uber folgen wird. Hübl poltert: „UberPop ist illegal, weil es Gesetze bricht.“

Ubers Ankündigung, mit Politikern wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) „in einen offenen Dialog“ eintreten zu wollen, tut Hübl als „clevere Taktik“ ab, die nur dazu gedacht sei, „um die nächste Schlacht zu gewinnen“. Denn: „Uber kooperiert mit niemandem, Uber führt Krieg.“ Das US-Unternehmen verdächtigt Hübl, ein Monopol errichten zu wollen: „Nachdem Uber alle Taxiunternehmen in die Insolvenz getrieben hat, kann es selbst die Preise bestimmen.“

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Das Unternehmen sei weder besonders umweltfreundlich, noch sorge es für eine bessere Auslastung von Fahrzeugen. Uber sei nicht Teil der Share Economy, denn es sei keine Mitfahrgelegenheit, sondern ein Taxi-Unternehmen – eine Ansicht, die zumindest, was den Mitfahrdienst UberPop angeht, nicht ganz stimmig ist.

Uber, so das Fazit des Flinc-Gründers, halte „jedem ehrlichen deutschen Unternehmer den Mittelfinger ins Gesicht und sagt ‚Fuck you‘. Uber lehrt uns, dass man mit genügend Geld und Dreistigkeit Gesetze brechen kann.“

Bild: flinc AG