Am Ende wird es nur eines geben. Ein Startup, das sich im Kampf der Lieferdienste durchsetzt. Foodora und Deliveroo versuchen gerade den Wettkampf für sich zu entscheiden. „Wir müssen alles dafür tun, um die einzelnen Städte zu gewinnen“, so formulierte es der Foodora-Gründer Julian Dames kürzlich in einem Interview.

Wir wollten es an diesem grauen Freitagmittag wissen: Wer bietet den besseren Service? Und wer liefert schneller? Für unseren Test haben wir uns zwei Restaurants mit einer Lieferzeit von 35 Minuten ausgesucht.

Unser Live-Test ist jetzt vorbei. Hier seht ihr, was passiert ist:


Unser Fazit:

Die Handhabung über die App lief bei beiden Startups reibungslos. Die Live-Tracking-Funktion bei Deliveroo ist eine nette Spielerei, die bei diesem Test außerdem sehr genau zugetroffen ist. In der App laufen dabei die Minuten bis zur Lieferung herunter. Bei Foodora gibt es keinen Live-Ticker, nur einen Bestellungsstatus (zum Beispiel: „akzeptiert“, „wird zubereitet“ und „wird ausgeliefert“). Foodora hat eine übersichtlichere Speisekarte. Der Nutzer kann im Menü auf die Überpunkte wie „Getränke“ oder „Vegetarische Gerichte“ tippen, erst dann werden sie erst angezeigt. Bei Deliveroo ist es etwas unübersichtlicher – man muss sich durch eine lange Speisekarte scrollen.

Deliveroo war deutlich schneller und hat seine versprochene Lieferzeit von 35 Minuten eingehalten. Foodora hat 17 Minuten länger gebraucht, die Zentrale hat Caspar angerufen und Bescheid gegeben. Bei Foodora war das Essen allerdings etwas besser verpackt – in einer Papiertüte. Bei Deliveroo hat sich Christina fast die Hand verbrannt (Alu-Container).

Die Lieferkosten der beiden Dienste sind gleich hoch. Schön wäre es natürlich, die Kosten für eine Lieferung zurück zu erhalten, wenn ein Fahrer beide Bestellungen vorbeibringt – und sich gar nicht erst zwei Radler auf den Weg machen. Die beiden Fahrer waren beide übrigens sehr nett.

Wir finden: Die Services sind beide sehr gut. Am Ende kommt es auf das Restaurant an.


14:30 Uhr: Wir haben gegessen – und die Meinungen sind gemischt.

Zur Foodora-Lieferung: Das Essen war nur teilweise warm. Ein Kollege bezeichnete seinen Burrito als fad, dem anderen hat seine Ofenkartoffel gut geschmeckt. Das Startup wirbt mit dem Slogan „Foodora bringt dir die kulinarischen Highlights in der Stadt.“ Damit stimmen die Kollegen nicht ganz überein.

Zur Deliveroo-Lieferung: Das Essen war verdammt heiß. Das Rindfleisch war ganz lecker, „seriös“ sagt ein Kollege dazu. Irritierend war die glibbrige Schicht (siehe Foto). Das vegetarische Gericht hat der Kollegin sehr gut geschmeckt. Deliveroo wirbt mit: „hochwertigem Essen der besten Restaurants“. Wir finden die Erfahrung solide.

Hier seht ihr das Essen von Foodora:

Und hier von Deliveroo:

Und hier unser Chaos…


13:49 Uhr: Beide Startups scheinen effizienter geworden zu sein. In der Vergangenheit schickten sie auch schon mal zwei Fahrer zur gleichen Adresse, obwohl kurz hintereinander bestellt wurde. Wir haben jetzt aber erst einmal Hunger! Schließlich kam Foodora 17 Minuten nach Deliveroo bei uns an. Nach dem Essen gibt es ein Fazit von uns – dann erfahrt ihr auch, was leckerer war.

via GIPHY


13:46 Uhr: So sieht die Foodora-Lieferung aus – in einer schicken Papiertüte:


13:44 Uhr: Foodora ist da! Caspar kann auch endlich essen. Der Fahrer bringt ebenfalls beide Bestellungen auf einmal. Top!


13:42 Uhr: Das Marketing-Game der beiden Wettbewerber ist stark. Ihren Konflikt tragen die beiden Startups auf Berliner Plakatwänden aus, in U-Bahn-Stationen und an mehrspurigen Straßen. In großen Lettern prangt dort „Berlin isst anders“, türkis umrahmt. Nicht weit entfernt ist ein Plakat mit dem Slogan „Jeder Kiez isst anders“ angeschlagen, in pink. Von pink ist hier übrigens noch keine Spur…


13:40 Uhr: Während wir auf Foodora warten, hier etwas Lesestoff: Im Liefermarkt gewinnt das Startup mit dem besten Marketing. Diese hier ist aus dem Sommer von dem belgischen Startup Take Eat Easy. Schon nach einigen Monaten hat sich das Startup wieder vom deutschen Markt zurückgezogen.


13:36 Uhr: So sieht die Lieferung des Restaurants von Deliveroo aus:

Ganz schön fettige Frühlingsrollen.


13:32 Uhr: Anruf von Foodora: Der Fahrer verspätet sich um 5 Minuten.


13:27 Uhr: Okay, da waren wir etwas pingelig. Deliveroo ist da! Christina hat ihr Essen. Und hat die Bestellungen tatsächlich aggregiert. Die Gerichte sind außerdem richtig heiß.


13:26 Uhr: 35 Minuten sind eigentlich um… Noch nichts in Sicht.


13:25 Uhr: Kürzlich gab es Bombenalarm in London – am Ende war es nur eine Deliveroo-Box:


13:22 Uhr: Der Wettbewerber Hungr hat übrigens gerade erst aufgegeben. Auch andere Lieferdienste haben sich zurückgezogen…


13:20 Uhr: Jetzt wieder unterschiedliche Lieferzeiten bei Deliveroo… zu früh gefreut? Ist das System doch nicht so clever?


13:19 Uhr: Warum bestellen immer mehr Menschen ihr Essen nach Hause oder ins Büro?

Die ZEIT hat dazu die folgende These: „Dass sich der Großstädter seinen Edel-Imbiss nach Hause liefern lässt, ist auch eine Reaktion auf eine Welt, die dem Einzelnen ein Stück weit bedrohlich erscheint. So zumindest erklärt es Thomas Kirschmeier, Sprecher des Marktforschungsinstituts Rheingold aus Köln, das in Studien immer wieder das Lebensgefühl der Deutschen ergründet.“

Sehen wir nicht so – wir bleiben lieber bequem vorm Schreibtisch…


13:15 Uhr: Es sieht so aus, als kämen die Lieferungen von Deliveroo gemeinsam – siehe Screenshots. Die Lieferzeiten wurden angepasst (2. Foto). In der Foodora-App steht nur bei beiden Bestellungen, dass sie akzeptiert wurden.

     


13:14 Uhr: Das Geld leitet Foodora an die Restaurants weiter – abzüglich einer Kommission, die individuell ausgehandelt wird. „Unser Ziel sind immer 30 Prozent“, sagt Geschäftsführer Julian Dames der Zeit. Plattformen wie Lieferando, die eine Bestellung nur vermitteln, verlangen in der Regel 10 bis 15 Prozent.


13:12 Uhr: Bei Deliveroo gibt es laut Stellenausschreibung „Gute Bezahlung: Bis zu €10 pro Stunde“


13:10 Uhr: Übrigens: Das Gehalt eines Foodora-Fahrers liegt bei etwa 13 Euro pro Stunde, das verriet der Flottenmanager in einem Interview.


13:09 Uhr: Hungryyyy….

via GIPHY


13:00 Uhr: Wir wollen aber nicht nur wissen, wer schneller ist. Wir wollen auch wissen, welches System intelligenter ist. Wenn wir also innerhalb von kurzer Zeit zwei Mal bestellen, verstehen die Systeme es, dass die Lieferungen zur gleichen Adresse müssen? Und schicken sie dann nur einen Fahrer? Das würde große Ressourcen sparen. Wir platzieren also noch je eine Order – im Abstand von 12 Minuten.


12: 48 Uhr: Bestellung abgeschlossen: Die Zeit läuft.

     


12:42 Uhr: Erst einmal gilt es, den Mindestbestellwert von 12 Euro voll zu bekommen. Bei beiden Diensten kann man zwar auch darunter bestellen, muss aber die Differenz zahlen. So sehen unsere Warenkörbe aus:

     


12:25 Uhr: Es geht los – wir bestellen Lunch.

Ausgesucht haben wir die Restaurants China City bei Deliveroo und Mishba Mitte bei Foodora.