Fredrik-Harkort 10 Weeks BodyChange Startup-Helden

Fredrik Harkort (35) gründete 2011 Social Media Interactive, Betreiber des Online-Fitness-Programms 10 Weeks BodyChange.

„Startup-Held“ Fredrik Harkort im Interview

Vom TV- zum Online-Video-Macher: Bevor er zum Gründer wurde, produzierte der Halbschwede Fredrik Harkort Sendungen wie „Germany’s Next Topmodel“ und „Popstars“. Über die Bandcasting-Show lernte er den prominenten Tanz-Coach Detlef D. Soost kennen, der heute erfolgreich Harkorts Online-Fitness-Programm 10 Weeks BodyChange bewirbt.

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Hinter dem Angebot, bestehend aus Sportvideos sowie einem passenden Onlineshop mit Kochbüchern und Trainingsgeräten, steckt das Münchner Startup Social Media Interactive (SMI), welches Harkort Ende 2011 zusammen mit Gerhard, Armin und Anke Blöchl sowie Steffen Matz gegründet hatte. Das Unternehmen verweist mittlerweile auf rund 1,5 Millionen BodyChange-Anhänger in Deutschland, und auch in Brasilien, den USA und bald auch in Frankreich und Großbritannien sollen bald große Abnehm-Communities entstehen.

In der Reihe „Startup-Helden“ erzählt Harkort, wie er das Unternehmen mit nur 30.000 Euro an Startkapital aufzog und wie sich die Produktidee schon frühzeitig änderte.

Du warst jahrelang TV-Produzent. Vermisst du die Fernsehwelt manchmal?

Eigentlich nicht. Denn so unterschiedlich sind die beiden Welten gar nicht. Heute wie damals brauche ich eine starke Idee, stelle die Finanzierung auf, setzte sie dann gemeinsam mit einem Team um und gebe dabei alles dafür, dass sie beim Zuschauer beziehungsweise Kunden gut ankommt. Der einzige Unterschied ist, dass das Internet viel demokratischer ist. Hier entscheidet kein Programmchef, ob du deine Idee realisieren darfst oder nicht, sondern einzig dein unternehmerisches Geschick.

Ihr habt SMI lean aufgezogen. Wie habt ihr das angestellt?

Wir haben SMI 2012 mit 30.000 Euro, das von uns Gründern kam, gestartet. Von dem Betrag haben wir das Produkt inklusive der Videos mit Detlef D. Soost sowie die Plattform finanziert. Da ich Detlef noch von meiner Zeit als TV-Produzent kannte, konnten wir mit ihm einen Revenue-Share-Deal vereinbaren, der uns vorab kein Geld kostete. Dann ging alles ganz schnell. Wir sind an einem Montag Mitte Januar gestartet und hatten nach nur einer Woche bereits über 120.000 Euro umgesetzt. Hilfreich waren dabei sicher die Auftritte von Detlef bei TV Total und Co.

Neben vielen neuen Kunden hatten wir dann aber auch viele tausend Fragen und einen Kunden-Support bestehend aus nur zwei Leuten, da mussten wir dann schnell nachlegen und das Team vergrößern. Über Online Marketing ist es uns gelungen, bis Ende Juni über eine Million Euro umzusetzen, von denen wir einen großen Teil in TV-Werbung investiert haben. Dadurch haben wir weiter Reichweite aufgebaut und sind schnell gewachsen. Ende 2012 waren wir dann etwa 40 Mitarbeiter und realisierten einen Umsatz von 3,6 Millionen Euro. Das erste Fremdkapital haben wir Anfang 2013 eingesammelt.

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Das Programm heißt 10 Weeks Bodychange. Bedeutet dies, dass das Programm nach zehn Wochen endet?

10wbc ist unser Einstiegsprogramm, mit dem unsere Kunden im Schnitt die ersten fünf bis zehn Kilo verlieren. Danach entscheiden sich einige für eine Mitgliedschaft in „BodyChange Next“. Rund 30 Prozent unserer Kunden konvertieren in das Abomodell.

Ihr seid bereits in die USA und nach Brasilien expandiert. Welche Herausforderungen und nötigen Produktanpassungen boten die fremden Märkte?

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Jeder Markt ist anders. In Brasilien mussten wir zum Beispiel den Ernährungsanteil von BodyChange den dortigen Vorlieben anpassen. Die von Brasilianern heiß geliebte Ananas durften wir dort nicht aus dem Speiseplan entfernen. In Amerika lagen die Herausforderungen vor allem im Marketing, da der Wettbewerb im Fitness- und Diät-Markt dort sehr ausgeprägt ist. Am Anfang steht aber immer die Suche nach dem passenden Celebrity, da wir in jedem Land einen lokalen Star besetzen.

In Amerika ist die Suche sehr standardisiert und läuft über renommierte Entertainment-Anwälte und deren Kontakte zu einer der drei großen Management-Agenturen. Wir haben uns am Ende für John Cena entschieden, den WWE-Wrestling-Star, der uns mit seinen über 35 Millionen Facebookfans eine große Reichweite mitgebracht hat. In Brasilien war das dagegen eher unkonventionell und lief über zwischenmenschliche Kontakte.

Die Firma hinter dem Programm heißt Social Media Interactive. Mit Social Media hat das derzeitige Produkt aber nur wenig zu tun. Warum der Name?

Ein sehr wichtiger Baustein von BodyChange ist die Community, die Teil des Programms ist. Aber abgesehen davon passt der Name nicht mehr zu 100 Prozent. Unsere amerikanische Tochter heißt bereits BodyChange Inc., eventuell ziehen wir da in Deutschland auch irgendwann mal nach. Ursprünglich rührte der Name daher, dass wir verschiedene spannende Themen gemeinsam mit einem passenden Celebrity umsetzen wollten, allerdings hat uns der Erfolg mit BodyChange dann ganz schnell fokussieren lassen.

Bild: SMI

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