Neben Kleidung gibt es Zubehör wie Sportmatten und Rucksäcke.

Das Münchner Fitness-Startup Freeletics geht den nächsten Schritt auf dem Weg zur umfassenden Sportmarke: Es launcht seine erste Bekleidungslinie. Seit gestern Nachmittag sind die Produkte aus der Lifestyle-Kollektion erhältlich, allerdings ist der Zugang begrenzt: Zunächst können sich nur Nutzer, die für die Premium-Version der Fitness-App zahlen, bei dem Online-Shop anmelden und bestellen. Noch diesen Herbst soll aber die Massenproduktion der Freeletics-Kleidung starten und der Shop für alle Nutzer zugänglich sein.

Bereits im April kündigte Mitgründer Mehmet Yilmaz im Gründerszene-Interview an: „Wir […] haben aggressive Ziele. Wir wollen die größte digitale Sportmarke der Welt werden und es mit Größen wie Nike und Under Armour aufnehmen.“ Nun haben Yilmaz und seine beiden Mitgründer Joshua Cornelius und Andrej Matijczak für ihren neuen Geschäftszweig eine GmbH mit dem Namen Freeletics Apparel ins Leben gerufen. Deren Geschäfte führt Daniel Sobhani, der seit Mai 2014 bereits CEO von Freeletics ist.

Das im Mai 2013 gegründete Startup ist bis heute gebootstrapped – auch für das neue Modegeschäft wurde bisher kein Fremdkapital eingesammelt. Produktion, Design und Entwicklung des Shops habe das Unternehmen aus dem Cash-Flow bezahlt, so eine Sprecherin gegenüber Gründerszene.

Die Hoodies und Shirts kosten etwa so viel wie die Kleidung der Marken, mit denen Freeletics sich messen will: Der Preis für einen Kapuzenpullover liegt bei 50 bis 70 Euro, eine Sportmatte kostet etwa 55 Euro, ein Shirt gibt es ab 30 Euro. Bald soll es neben der Lifestyle-Linie auch eine für hochfunktionale Sportkleidung geben. Produziert werde alles in der Türkei, so die Sprecherin.

Die Gründer Mehmet Yilmaz, Andrej Matijczak und Joshua Cornelius (v.l.)

Unter vergleichbaren Fitness-Startups ist der Schritt von Freeletics außergewöhnlich: Zwar bietet beispielsweise auch Runtastic einige wenige Produkte wie ein Laufshirt und eine Mütze an – allerdings strebte bisher kein Fitness-App-Hersteller im deutschsprachigen Raum die Entwicklung einer Sport-Lifestyle-Marke an. Das Startup zumindest rechnet damit, dass der erste Schwung der Produkte aus der Kollektion über das Wochenende ausverkauft sein wird.

Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 100 Mitarbeiter und gibt an, sechs Millionen Nutzer zu haben. Im Vergleich zum April dieses Jahres wäre das ein Zuwachs von zwei Millionen Nutzern. Wie viele für die App auch bezahlen, verrät die Firma nicht.

So sieht das Münchner Büro von Freeletics aus:

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Videodreh für die App: Sportler zeigen in Clips, wie bestimmte Fitnessübungen richtig ausgeführt werden.

Bilder: Freeletics