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Waldemar Zeiler in Berlin

Es ist Fuckup Night im Berliner E-Werk. Prominenter Redner ist an diesem Abend Waldemar Zeiler, der es dank markanter Einhorn-Gummimaske und selbstironischer Marketing-Strategie zur Szenebekanntheit gebracht hat.

„Dabei haben wir nichts ins Marketing gesteckt“, sagt der Gründer auf der Veranstaltung. „Wir sind nur einfach von einer TV-Show zur nächsten getingelt.“ Heute jedoch soll es nicht um sein neues Business gehen, sondern um den steinigen Weg davor.

Sieben Fuckups hat er bereits hingelegt. Sieben Geschäftsideen an die Wand gefahren: von Hotline-Services bis zu Saunen. Und sieben Mal hat er danach neu angefangen. Und heute? „Nun ja, Penisse“, sagt der Gründer, „Oder eher: fair produzierte Kondome.“ Bei seinem jetzigen Business Einhorn schwingt nicht nur im Namen der Traum vom ganz großen Erfolg mit.

Zu 33,3 Prozent ein Milliarden-Unternehmen

Startup Nummer acht läuft „ganz okay“, wie er dem Publikum verrät. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich zu einem Milliardenunternehmen entwickelt, beziffert er bescheiden auf 33,3 Prozent. Fair produzierte, „vegane“ Kondome in poppigen Tüten scheinen eher sein Ding zu sein als Praktikumsvermittlungen – denn damit fing die Reise an.

Noch in der Schulzeit habe er versucht, mit seinem besten Kumpel die „Z&B Berufseinsteigeragentur“ zu gründen, erzählt Zeiler auf der Bühne. 500 Mark Startkapital flossen damals in vorformulierte Lebensläufe und Bewerbungsschreiben. Am Ende hätten er und sein Kumpel 100 Mark Umsatz gemacht – leider zu wenig für den Börsengang. Und so scheiterte die erste Geschäftsidee des Waldemar Zeiler. Doch es folgten weitere. Auch die Freundschaft mit dem besten Kumpel erholte sich ein Jahr später von der Firmenpleite.

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Als BWL-Student versuchte er dann eine digitale Telefonauskunft aufzubauen, wenig später verkaufte er virtuelles Gold im Online-Game World of Warcraft. Mit 27 Jahren besorgte er sich 20 UMTS-Sticks mit Verträgen über zwei Jahre. Die wollte er an Kunden auf Tagesbasis vermieten, die damit ihre Notebooks auch mobil ans Internet koppeln konnten. Damals der neueste Shit.

In Unterhose habe er zuhause gesessen und Sticks in Paketen verpackt, erzählt er bei der Veranstaltung. Doch die großen Hersteller hätten nachgezogen und schon einen Monat später selbst Tagespässe angeboten. Was ihm von seiner Startup-Idee geblieben sei? 20 Zwei-Jahres-Verträge für UMTS-Sticks. Das Publikum feiert.

Ach, und das Ding mit den Saunen

Wenig später kaufte Zeiler noch eine insolvente, polnische Holzfabrik und versuchte es mit dem Vertrieb von Saunen. Doch auch das – Überraschung – floppt.

Am Ende habe er schmerzhaft ein paar Regeln der Gründerszene gelernt, erzählt er: Gründe nicht mit Freunden. Informiere dich vorher über Produkt und Investoren. Ein hohes Investment heißt noch gar nichts. Ach und die Saunen, nun, die sind einfach nicht sein Ding.

Am Ende dieses Abends wird er nicht der Einzige bleiben, der auf der Bühne über seine Fuckups mit viel Selbstironie und auch ein wenig Wehmut spricht. Bei diesem Event ist das okay. Hier freut man sich mit dem Gründer über die kleinen Absurditäten der Scheiterns. Und auch wenn viele die Köpfe über die irren Geschäftsideen schütteln – ein bisschen neidisch wird man schon, wenn man von so viel Unternehmer-Energie hört.

Bild: Gründerszene

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