Fyber Exit

Bewertung im dreistelligen Millionenbereich?

„Wir bleiben ein Berliner Tech-Unternehmen“, versichert Janis Zech. Seine Firma – Fyber, ein Technologie-Anbieter, der Werbung gezielt auf mobile Endgeräte bringt – hat er vor fünf Jahren zusammen mit dem Company Builder Team Europe und Jan Beckers sowie dem späteren CEO Andreas Bodczek gegründet. Nun wurde sie von RNTS Media, einem internationalen Medienhaus mit Sitz in Berlin und Seoul übernommen. Wem der Name Fyber erst einmal wenig sagt: Es ist das ehemalige Sponsorpay, das seit Jahresmitte unter neuem Namen firmiert.

Wie viel RNTS Media insgesamt für die Übernahme des Berliner Jungunternehmens bezahlt hat, will Zech nicht verraten. Nur so viel: Die Transaktion umfasse sowohl eine Bar- als auch eine Aktienkomponente. Im Unternehmensumfeld spricht man von einer Bewertung von bis zu 200 Millionen US-Dollar, der Kaufpreis dürfte knapp darunter gelegen haben – RNTS Media ist eigentlich sogar das kleinere (und jüngere) der beiden Unternehmen.

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Etwas mehr als 200 Mitarbeiter hat Fyber derzeit, sagt Zech. Rund 180 davon sitzen in Berlin, wo die Werbeplattform entwickelt wird. Etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt das ehemalige Sponsorpay derzeit in San Francisco, Tendenz steigend. „Unser US-Team ist verantwortlich für Developer Relations, Demand Partner Relations und Ad Sales sowie Marketing, Tech-Support und Business Intelligence.“ Der Hauptteil des Geschäfts finde bereits jenseits des Atlantik statt, sagt Zech. Bis zum Jahresende würden insgesamt etwa 60 neue Mitarbeiter gesucht.

Denn auch nach der Übernahme will Fyber, das als eigenständiges Unternehmen bestehen bleiben soll, weiter wachsen. „Die Transaktion ist auch eine signifikante Finanzierungsrunde, das ist Teil des Deals“, erklärt der Mitgründer. Was das im Detail bedeutet, verrät er allerdings nicht.

Die beiden Gründer sollen beim neuen Eigentümer prominente Rollen bekommen. Fybers Mitgründer und Chief Executive Officer (CEO) Andreas Bodczek übernimmt den Posten des Managing Director und CEO des RNTS Media Management Boards. Zech, zuletzt Chief Revenue Officer (CRO) von Fyber, tritt dem Gremium ebenfalls bei.

Warum der Verkauf gerade jetzt kommt – und ob die Investoren, darunter neben Team Europe Hasso Plattner Ventures (HPV) und Kite Ventures, das Unternehmen nicht selbst noch größer machen wollten? Zech sagt, es gebe natürlich unterschiedliche Präferenzen und das Segment mobile Werbung sei nichts für jeden. Man habe frisches Geld für das weitere Wachstum gebraucht und der Exit habe sich angeboten. Fyber beziehungsweise Sponsorpay wurde bereits 2009 gegründet, 10 Millionen Euro habe man bislang aufgenommen – was die Exit-Summe umso beachtlicher macht. „Mit der Entwicklung und dem jetzigen Unternehmenswert kann man schon sehr zufrieden sein.“

Bild: Fyber