Welche Art Mensch will eigentlich in der Startup-Szene arbeiten? Verrückte? Anspruchslose? Unterqualifizierte? Oder doch die Mutigen? Die Motivierten? Die Top-Absolventen? Das Berliner Unternehmen StartupCVs kann diese Frage gut beantworten. Über eine Plattform können Bewerber dort innerhalb weniger Minuten ein eigenes Profil erstellen, um sich für einen Job in der Startup-Szene zu bewerben. Anschließend können die Bewerber entweder von sich aus die Unternehmen anschreiben oder warten, bis ein Unternehmen sich bei ihnen meldet. Insgesamt 1.200 Startups suchen nach Angaben der Gründer über das Portal Bewerber – darunter deutsche Unternehmen wie Lovoo oder Kiveda, aber auch internationale Player wie Google oder Eventbrite.

Jetzt hat StartupCVs einige Daten seiner deutschen Bewerber analysiert. Was suchen sie, was bieten sie – und was fordern sie? Die Angaben von 5.000 Bewerbern wurden dafür in einer Zufallsstichprobe herausgepickt und untersucht.

Folgende Eckdaten hat die Auswertung ergeben:

  • Die Bewerber haben durchschnittlich 5,1 Jahre Arbeitserfahrung.
  • 2,2 Sprachen beherrschen die Bewerber im Schnitt.
  • Die beliebteste Zweitsprache ist mit 87,4 Prozent Englisch. 11,4 Prozent der Bewerber sprechen Spanisch, 8 Prozent Französisch, 5,9 Prozent Rumänisch und 5 Prozent Italienisch.
  • Die meisten Bewerber (46,7 Prozent) wollen bei einem Startup in der Wachstumsphase arbeiten, 41 Prozent der Bewerber möchten bei einem Startup in der Frühphase arbeiten und nur 12,3 Prozent sehen sich lieber bei den etablierteren Unternehmen.

Besonders spannend ist, wie viel Gehalt die Bewerber verlangten. StartupCVs kommt hier zu folgenden Ergebnissen:

  • Im Schnitt fordern die 5.000 betrachteten Personen 37.800 Euro.
  • Die Gehaltsvorstellungen für eine Junior-Position liegen bei durchschnittlich 29.500 Euro.
  • Bewerber für eine Senior-Position verlangen 39.800 Euro.
  • Als Manager wollten die Bewerber 42.400 Euro bekommen.
  • Für eine „Head-of“-Position fordern sie durchschnittlich 60.100 Euro.

Bewerber, die in Berlin einen Job suchen, haben niedrigere Gehaltsvorstellungen als der Durchschnitt. Vermutlich, weil die Mieten im Vergleich zu Hamburg oder München niedriger sind, aber auch Restaurant-Besuche, Bars, Kitas oder Sportclubs weniger Geld verlangen. Im Schnitt lag das in der Hauptstadt geforderte Jahresgehalt bei nur 34.500 Euro und damit um 3.300 Euro niedriger als beim Gesamtdurchschnitt. Ähnliche Unterschiede zeichnen sich in den einzelnen Hierarchiestufen ab. Auffällig ist der Wert bei Bewerbern, die sich in Berlin für eine Junior-Stelle bewerben. Sie verlangen durchschnittlich nur 26.100 Euro, also 3.400 Euro weniger.

Gleichzeitig ermittelten die Macher von StartupCVs, dass mehr als 74 Prozent der Bewerber eine Junior-Position in Berlin suchen. Ob die Stadt im Trend liegt oder die meisten Nutzer von StartupCVs einfach bereits in Berlin wohnen und bleiben wollen, ist dabei unklar. Den Daten nach zieht es nur 3,3 Prozent der Bewerber nach München, 2,4 Prozent nach Hamburg und 2 Prozent nach Frankfurt. 9,5 Prozent der Bewerber wollen einfach irgendwo in Europa einen Job finden.

Was die Studie nicht ermittelt hat, ist, ob die Bewerber tatsächlich das geforderte Gehalt bekommen haben…


Übrigens: Apple zahlt hohe Gehälter. Dafür müssen Bewerber aber auch folgende Fragen beantworten können:

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1. Erklären Sie einem achtjährigen Kind, was ein Router/Modem ist. (Gestellt an einen Bewerber für die Technikberatung von Kunden)

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Bild: Michael Berger / Gründerszene