DANA POINT, CA - NOVEMBER 30: Sallie Krawcheck speaks onstage during the Where Your Connections Can Take You panel at Fortune MPW Next Gen 2016 on November 30, 2016 in Dana Point, California. (Photo by Joe Scarnici/Getty Images for Fortune)

Die Ellevest-Gründerin Sallie Krawcheck will Frauen helfen, finanziell gleich auf mit Männern zu sein.

Sie ist eine der bekanntesten Gesichter der Wall Street, stand einst auf der Liste der Hundert mächtigsten Frauen der Welt des Forbes Magazines und hat bei namhaften Unternehmen wie der Investment-Firma Sanford C. Bernstein, der Citigroup und der Bank of America gearbeitet. Ganz klar: Sallie Krawcheck kennt sich aus in der Welt der Finanzen. Es ist eine Welt, die von weißen, alten Männern dominiert wird – und das nimmt Krawcheck meistens mit Humor, wenn sie solche Sätze sagt wie: „Ich habe nichts gegen weiße Männer im mittleren Alter. Ich war mit mehreren von ihnen verheiratet.“

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Mit ihrem in diesem Jahr gegründeten Startup Ellevest bietet sie eine digitale Plattform zum Geldanlegen – maßgeschneidert für Frauen. Damit will sie den Gender Gap zwischen Männern und Frauen verringern, der im finanziellen Bereich nach wie vor existiert.

Auf ihrer Webseite beschäftigt sie sich in einem kürzlich veröffentlichten Leitfaden damit, dass Frauen im Schnitt viel weniger Geld in der Tasche haben als Männer – und dass nicht nur wenigen geringerer Löhne. Neben ungerechten Gehältern schreibt sie von Produkten, die für Frauen teurer sind als für Männer, und gibt Gründerinnen Tipps, wie sie Geld für ihr Startup bekommen.

Um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, gibt Krawcheck diese zehn konkreten Investment-Tipps für Gründerinnen:

  1. Überleg Dir, welche Art der Finanzierung Du für Dein Unternehmen brauchst!
    Nicht immer seien Business Angels oder klassische VCs die richtigen Ansprechpartner, so die Unternehmerin. Für kleine Firmen können auch Darlehen bei der Bank die bessere Option sein – um keine Firmenanteile abgeben zu müssen.
  2. Trete selbstbewusst auf!
    Männer täten das nämlich und sprächen auch gerne davon, dass sie mit ihrem Startup die Industrie disrupten oder nichts Geringeres als die Welt verändern wollen, so Krawcheck. Frauen hingegen haben sich oft bescheidenere Ziele gesetzt, was ein Nachteil bei Angel Investoren sein könne.
  3. Netzwerkt, netzwerkt, netzwerkt!
    Zumindest wenn eine Finanzierung das Ziel ist. Denn ansonsten sei ein Treffen mit Investor schwierig zu bekommen – und noch schwieriger zu gewinnen.
  4. Lasse andere von Deinem Netzwerk profitieren!
    Krawcheck schreibt, dass sie mindestens einmal in der Woche jemandem mit ihren Kontakten helfe, auch wenn ihr das selbst erstmal nichts bringe. Doch auf längere Sicht habe ihr das sehr genutzt: „Je mehr ich gegeben habe, desto mehr bekam ich zurück, wenn ich es am meisten gebraucht habe.“
  5. Überzeuge beim Pitch – und zwar am besten in 30 Sekunden!
    Was ist das Problem, dass die Gründerin mit ihrem Unternehmen lösen will? Warum ist sie persönlich dafür qualifiziert? Das soll sie sich laut Krawcheck fragen und sich vorstellen, dass der Investor von ihrem Pitch seinen Geschäftspartnern beim Mittagessen erzählt. An was soll er sich dabei erinnern? Genau dieser Inhalt sei es, der in kurzer Zeit transportiert werden müsse, so die Autorin.
  6. Beschreibe vor Investoren, welches Ziel Du erreichen willst – und nicht Deine Taktik!
    Gründerinnen sollten beispielsweise nicht erwähnen, dass sie Kapital brauchen, um Leute einzustellen. Besser sei es zu betonen, dass mit dem Geld ein Prototyp hergestellt werde. Dass man dafür mehr Personal brauche, sei ohnehin klar. Laut der Autorin zeigt das Investoren genau, was man mit ihrem Geld an Unternehmenswachstum erreichen will.
  7. Berücksichtige, dass alles länger dauert und mehr kostet als Du denkst!
    Darum sollten Gründerinnen möglichst mehr Kapital anstreben als eigentlich benötigt werde – aber nicht so viel, dass sie von Investoren eine Abfuhr kassierten. Als Richtlinie empfiehlt Krawcheck, die Kosten der nächsten zwei Jahre abgedeckt zu haben.
  8. Lass Dich nicht entmutigen!
    Man könne schonmal 10, 20 oder 50 Neins bekommen, um ein Ja zu erreichen, schreibt sie. Das sei normal, außerdem habe es auch Vorteile: Man härte ab und könne so seinen Pitch perfektionieren.
  9. Sobald Du ein Angebot für ein Investment hast, befrage gute Anwälte und weitere Experten dazu!
    Die Verträge beinhalteten oft Fachjargon, der nicht sofort verständlich sei. Die Unternehmerin mahnt: Investoren schlössen solche Verträge ständig ab, Gründer nur alle paar Jahre mal – deshalb sollen sie sich hier professionelle Unterstützung holen.
  10. Freu Dich nicht zu früh!
    Eine Zusage von einem Investor sei nur etwas wert, wenn das Geld wirklich fließe, erinnert Krawcheck. Oftmals platze der Deal in der weiteren Verhandlung. Darum solle man immer offen für weitere Angebote sein – bis eine Finanzierungsrunde wirklich abgeschlossen sei.
Bild: Getty images / Joe Scarnici

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