Gerald Schoenbucher Hitmeister Startup-Helden

Will es mit einem Riesen wie Amazon aufnehmen: Hitmeister-Gründer und -Geschäftsführer Gerald Schönbucher (Jahrgang 1978)

„Startup-Held“ Gerald Schönbucher im Interview

Nachdem Gerald Schönbucher, gelernter Bankkaufmann, während seines BWL-Studiums in Unternehmen wie Jamba!, Unilever, BMW und KPMG hineingeschnuppert hatte, gründete er 2005 die legale Tauschplattform für Medienprodukte Hitflip. Erfolgreicher ist heute dessen 2007 gegründeter Bruder Hitmeister (www.hitmeister.de), welcher laut eigenen Angaben über 1,3 Millionen Kunden verfügt.

Im Online-Kaufhaus finden Kunden Produkte von der Digitalkamera bis hin zur Babywindel. Rund 60 Mitarbeiter beschäftigt Schönbucher dort – und engagiert sich nebenher als Business Angel. In der Reihe „Startup-Helden“ spricht er unter anderem darüber, wie er es mit Hitmeister mit dem Riesen Amazon aufnehmen will.

Wer bist Du und was machst Du?

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Mein Name ist Gerald Schönbucher, ich bin Mitgründer und Geschäftsführer von Hitmeister.de – ein Internetkaufhaus und quasi das deutsche Pendant zu Amazon. Wir haben klein angefangen und sind mittlerweile eine gute Alternative zu Amazon, da wir eine ähnliche Produktbreite bieten mit über 20 Millionen Produkten und insgesamt 350 Produktkategorien. Auf Hitmeister kann man praktisch alles kaufen, was es auch in einem stationären Kaufhaus gibt und was man so braucht.

Wie bist Du auf die Idee zu Hitmeister gekommen?

Ich habe gesehen, dass neben etablierten Marktteilnehmern noch ausreichend Platz für einen Anbieter mit einem großen Sortiment – also einen Generalisten – und einem attraktiven Einkaufserlebnis ist. Die Idee war, ein Portal zu schaffen, wo man alles bekommt und das zu guten Preisen. Das ist bequem und praktisch. Meine Partner und ich haben auch erkannt, dass viele Anbieter nicht in allen Bereichen gut waren und dass da noch mehr geht.

Unter einem attraktiven Einkaufserlebnis verstehen wir eine große Auswahl, günstige Preise und einen 1A-Service sowie umfangreiche Bezahlmöglichkeiten. Aufgrund der damals begrenzten Anzahl guter Verkaufsplattformen bestanden für Hersteller und Händler Abhängigkeiten von den etablierten US-Plattformen. Deshalb wollten wir eine Alternative schaffen.

Wie will sich Hitmeister gegen den Riesen Amazon behaupten?

Amazon ist ein erstklassiges Unternehmen, das nicht von ungefähr einen solch signifikanten Marktanteil erreicht hat. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Das wurde ja in verschiedenen Dimensionen, wie dem Umgang mit Mitarbeitern, wettbewerbswidrigen Preisvorgaben oder massiver Reduktion der Steuerschuld, in Deutschland in den vergangenen Monaten öffentlich diskutiert.

Hier grenzen wir uns scharf ab und wollen besser sein. Wir versuchen mit Hitmeister dem Endkunden teils günstigere Preise und mehr Bezahlmöglichkeiten sowie einen persönlicheren Service zu bieten – alles „Made in Germany“ und nicht so anonym wie bei Amazon. Für Hersteller und Händler sind wir ein relevanter Vertriebskanal und Partner auf Augenhöhe. Im Klartext: Wir diktieren zum Beispiel keine Lieferbedingungen, wie das Amazon tut.

Um Deine Gründung Hitflip scheint es im Gegensatz zu Hitmeister eher ruhig geworden zu sein. Wo siehst Du die Schwierigkeiten für das Geschäftsmodell und wie hat sich das Unternehmen seit Gründung auch intern entwickelt?

Ich habe rechtzeitig erkannt, dass Hitflip ein Nischenthema besetzt. Der Tausch von Produkten war eine super Idee, eignet sich aber nur für bestimmte Produktkategorien – insbesondere gebrauchte Medienprodukte. Hitflip ist auf kleiner Basis für sich gerechnet profitabel und wird von unserem Hitmeister-Team parallel weiterbetrieben. Wir durften mit dem Aufbau von Hitflip viel lernen.

Welche Tipps gibst Du jungen Gründern nach Deinen eigenen Erfahrungen mit auf den Weg?

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Sucht euch einen ausreichend großen Markt, in dem ein richtiges Problem zu lösen ist beziehungsweise nicht alle relevanten Verbraucherwünsche bedient werden. Setzt auf Investoren, die nicht nur Geld mitbringen, sondern auch in schwierigen Zeiten zu euch halten. Lasst euch von Niederlagen, die es immer wieder geben wird, nicht entmutigen – steht einfach einmal mehr auf. Man braucht schon etwas Durchhaltevermögen und vor allem ein tolles und motiviertes Team.

Bild: Hitmeister

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