getsurance-gruender

Die Getsurance-Gründer Johannes Becher (links) und Viktor Becher (rechts) mit Angel-Investor Michael Franke

Langsam wagen sich deutsche Startups an die schwierige Aufgabe, eigene Versicherungsprodukte zu entwickeln. So auch Getsurance, das noch in diesem Jahr seine digitale Berufsunfähigkeitsversicherung launchen will. Dafür bekommen die Berliner nun zwei Millionen Euro in der Seed-Runde.

Investiert haben Picus Capital, die Investmentgesellschaft von Alexander Samwer, die IBB Beteiligungsgesellschaft und die Schweizer Großbank PostFinance. Vergangenen Mai, kurz nach dem Start von Getsurance, erhielten die Gründer bereits 500.000 Euro in einem Angel-Investment von den Geschäftsführern der Rating-Agentur Franke und Bornberg.

Anzeige
Gestartet ist das Unternehmen von den Brüdern Johannes und Viktor Becher als Versicherungsmakler, also als unabhängiger Vermittler für verschiedene Versicherungsprodukte. Recht schnell habe man sich aber darauf konzentriert, eine digitale Versicherung gegen Berufsunfähigkeit zu entwickeln, heißt es von Getsurance. Die Webseite stehe kurz vor einem Relaunch, die Versicherung solle dann etwa ab dem dritten Quartal 2017 verfügbar sein.

„Vorhandene Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit erfordern einen langwierigen Antragsprozess, der nicht kundenfreundlich ist“, so Gründer Johannes Becher. Das Getsurance-Produkt solle sich in wenigen Minuten online abschließen lassen. Der Markt dafür sei groß: Getsurance geht von 22 Millionen unterversicherte Menschen in Deutschland aus.

Zunächst wird das Startup, für das aktuell 14 Angestellte arbeiten, bei seiner Entwicklung nicht auf eine eigene Versicherungslizenz setzen, sondern mit einem Kooperationspartner zusammenarbeiten. Der soll in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.

Obwohl die Branche komplex ist, versuchen sich derzeit mindestens zehn Teams in Deutschland daran, eine digitale Versicherung aufzubauen. Dazu gehört das neue Finleap-Startup Element: Es entwickelt eine digitale Versicherungsplattform und plant, selbst Versicherungen anzubieten. Eine BaFin-Lizenz für Versicherer hat das Unternehmen bereits beantragt. Am bekanntesten dürfte das Münchner Insurtech-Startup Ottonova sein, das für seine private Versicherung bisher 20 Millionen Euro Investorengelder eingesammelt hat.

Die neue Insurtech-Welle: Wie schwierig ist es, eine digitale Versicherung zu bauen?

Wie schwierig ist es, eine digitale Versicherung zu bauen?

Startups wie Ottonova und Element wollen komplett digitale Versicherungen aufbauen, auch andere Teams bemühen sich darum. Doch lohnt sich der Aufwand wirklich?

Bild: Getsurance