Glossybox_Gründer_Abercron

Glossybox-Chef Charles von Abercron

Gute Stimmung in Berlin Kreuzberg: Das Berliner Beauty-Boxen-Startup Glossybox meldet einen siebenstelligen Euro-Gewinn – vor Zinsen, Steuer, Zu- und Abschreibungen (Ebitda). Auch in jedem einzelnen Monat in 2014 sei man auf Basis dieser Kennzahl profitabel gewesen, heißt es vom Unternehmen. Im vergangenen Jahr habe Glossybox Umsatz von rund 30 Millionen Euro mit seinen Beauty-Boxen erzielt. Das Geschäft hat sich damit erst einmal nicht vergrößert: Für 2013 hatte Firmenchef Charles von Abercron im vergangenen Sommer gegenüber Venture Village bereits einen entsprechenden Wert genannt – aber auch betont, dass man für 2014 vor dem Hintergrund des laufenden Umbaus mit einem ähnlichen Umsatz rechne.

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Denn die vergangenen Monate waren entscheidend für Glossybox. Ende 2013 steckte das mit rund 55 Millionen finanzierte Berliner Beauty-Boxen-Startup tief in der Krise: Sieben Ländergesellschaften mussten geschlossen werden, mehr als 200 Mitarbeiter verloren ihre Jobs, auch Mitgründerin Brigitte Wittekind verließ das Unternehmen. Kurz darauf musste Glossybox auch noch einen Shitstorm der Kunden über sich ergehen lassen, weil das Unternehmen offene Beträge einfordert hatte, die offenbar teilweise schon gezahlt wurden.

Wie hat Glossybox also den Turnaround geschafft? Zum einen habe man die Marketing-Kosten um ein Drittel gesenkt, heißt es vom Unternehmen. Der Kundenstamm sei 2014 aber trotzdem um 25 Prozent gestiegen. Im Interview erklärte von Abercron zuletzt, wie das funktionieren soll: Mit einem „Mix aus PR, Social Media und Online Marketing“. Vor allem im wachstumsstärksten Land, den USA, können Glossybox über Facebook & Co. sehr effektives Marketing betreiben.

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Positiv dürfte sich allerdings auch der nach eigenen Angaben Mitte 2014 abgeschlossene Umbau des Unternehmens und die damit verbundene Fokussierung auf zehn Kernländer (unter anderem Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich) ausgewirkt haben. Parallel habe man die Prozesse entschlackt, um die Betriebskosten zu verringern, heißt es vom Unternehmen. Was in den kommenden Jahren für Glossybox auf der Agenda steht? „Die weltweit wichtigste Quelle für Beauty-Entdeckungen zu werden“, lässt sich von Abercron zitieren. Ob also wieder eine Expansion ansteht?


So sieht es im neu bezogenen Glossybox-Büro aus:

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Das neue Glossybox-Büro hat zwei große Flügel. Im vorderen Teil sitzt das Team für das globale Geschäft. Im hinteren Flügel sitzt das Deutschland-Team.

Bild: Glossybox