Ein Kunde verlangte einen Tiger. Obwohl das US-amerikanische Concierge-Startup Magic sich damit brüstet, fast alles zu besorgen, brachte es die Raubtier-Anfrage doch aus der Fassung. Nur so viel: Den Tiger gab es nicht. Mittlerweile bieten auch deutsche Klone wie GoButlerSixtyone Minutes und James ihren Kunden die Erfüllung jeglicher SMS-Wünsche an. Von Flugbuchungen bis hin zur Essensbestellung. Jetzt ist ein neue Seite aufgetaucht: GoSlave.

Allein der Name ist eine Provokation. Wer und was steckt hinter dem Dienst? Als Junes Badrian ans Telefon geht, ist er etwas überrascht. Obwohl Badrian den Link zu seiner Seite selbst unter einem Artikel über „GoButler“ gepostet hat, wirkt er zunächst unsicher, wie er die Aufmerksamkeit finden soll.

Er habe sich damit einen Spaß erlauben wollen, sagt Badrian gegenüber Gründerszene. „Ich finde, GoButler ist eine wirklich schlechte Magic-Kopie. Als ich den Hype darum gesehen habe, dachte ich mir: Das kann ich auch“, meint Badrian. Den Text auf seiner GoSlave-Seite hat er zum Teil wortwörtlich von GoButler übernommen. Dann habe nur noch ein provokanter Name gefehlt – der aber auch schnell gefunden worden sei, so Badrian, ebenfalls CEO des Onlineshops für 3D-Druck-Artikel Spreadforms. GoButler wollte sich auf Anfrage zu dem Sachverhalt nicht äußern.

Anzeige
„Das Bild eines Butlers ist zwar nicht so negativ behaftet wie das eines Sklaven. Beide erfüllen aber den selben Zweck. Die Arbeitsentlastung. Ob also Butler, Concierge oder Sklave – im Endeffekt machen alle das Gleiche,“ so Badrian. GoSlave sei aber nicht nur ein Gag. Das alles funktioniere auch, sagt er. Seit dem Launch der Seite vergangenen Freitag seien etwa 60 Anfragen eingegangen.

Einerseits soll GoSlave also nicht ernst genommen werden. Anderseits: Sollte der Dienst an Fahrt aufnehmen, werde er ihn eventuell weiterführen, so Badrian. Er bearbeite die Anfragen zurzeit selbst, sollte die Anzahl aus dem Ruder laufen, werde er nach externen Mitarbeitern suchen.

Hat er schon Ärger wegen dem Namen bekommen? „Bisher nicht“, so Badrian. „Wem es nicht gefällt, der meldet sich nicht an. Der Zuspruch kommt aber eher aus der jüngeren Generation. Die finden das scheinbar witzig, einen eigenen Sklaven zu haben.“ Gerade Samstagnacht seien viele lustige Fragen eingereicht worden, erzählt er. Denn Fragenstellen sei umsonst. Wahrscheinlich seien die meisten betrunken gewesen, gibt Badrian zu.

Und jetzt? Der nächste Schritt für eine breite Nutzung wäre eine Kooperation, erzählt er. GoButler kooperiere bekanntermaßen mit Joko Winterscheidt. „Ich habe am Wochenende versucht Klaas Heufer-Umlauf für mein Projekt zu akquirieren“, erzählt Badrian. „Leider ist es gar nicht so einfach, an diesen heranzutreten. Wenn eine solche Kooperation zu Stande käme, könnte man viele spannende Wege einschlagen. Vielleicht ein Investmentfight à la „Joko gegen Klaas“. Mal sehen, ob sich seine Management-Agentur meldet.“ Allzu viele Hoffnungen sollte sich Badrian da nicht machen.

Bild: Screenshot GoSlave