GoButler-Gründer Navid Hadzaad

Aus Marketing-Sicht hat Navid Hadzaad einiges richtig gemacht. Schon früh holte er den TV-Moderator Joko Winterscheidt mit an Bord seines Startups GoButler. Gemeinsam starteten sie den Concierge-Service, der seinen Nutzern alle Wünsche von der Tüte Chips bis zur Urlaubsbuchung erfüllen wollte. Die Resonanz war groß. Winterscheidt trat bei TV Total auf und viele Medien berichteten euphorisch über die ausgefallene Geschäftsidee, so auch Gründerszene.

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Schon einige Monate nach dem Start stellte sich jedoch heraus, dass das Geschäftsmodell nicht funktionierte. Das Unternehmen strich sein Büro in Berlin zusammen – um es dann wenig später zu schließen und nur noch den amerikanischen Markt von New York aus zu bedienen.

Im März folgte die erste Anpassung des Geschäftsmodells: GoButler kündigte an, sich auf Fluganfragen zu konzentrieren. Im Unterschied zu früher sollten nicht mehr Menschen die Anfragen beantworten, stattdessen automatisierte das Unternehmen die Beantwortung. Ein Pivot mit einem unglücklichen Timing. Wenige Wochen später kündigte Facebook an, ihren Messenger stärker für Unternehmen zu öffnen. Der prominente Anwendungsfall: Flugtickets per Messenger senden.

Ein weiterer Pivot

Nun feilt das Startup erneut an seinem Geschäftsmodell und gibt den Launch von Angel.ai bekannt, ein Produkt, das sich an Geschäftskunden richtet. Mit der sogenannten NLP-Technologie (Natural Language Processing) soll es den Unternehmen möglich sein, etwa automatisierte Chat-Bots oder andere Kommunikations-Tool anzubieten. Laut Techcrunch hätte Angel.ai bereits mehrere Reise- und Lieferunternehmen als Kunden gewinnen können. Gründer Hadzaad bestätigte dies im Gespräch mit dem US-Medium nicht.

Als Pivot könne man es bezeichnen, sagt Hadzaad gegenüber Techcruch, das Unternehmen würde aber immer noch an dem gleichen Problem arbeiten. Nämlich den Nutzern einen einfacheren Weg zu bieten, ihre Wünsche zu äußern. Technologisch solle die natürliche Sprache – also ein Kunden-Wunsch etwa in einem Messenger –  in eine strukturierte Anfrage an das Unternehmen übersetzt werden. Die Millionen von Datensätzen aus ihrer GoButler-Zeit habe das Unternehmen genutzt, um die Technologie zu entwickeln, lautet die Erklärung von Hazaad.

„Closing the GoButler chapter is bittersweet“, lässt sich Hadzaad in einer Mitteilung zitieren. Die so genannte Messaging-Bots gelten allerdings als Zukunftsthema, dieser zweite Pivot in kurzer Zeit könnte für das Startup also der richtige Weg sein. Nur helfen die drei Promi-Investoren – Ashton Kutcher, Jared Leto und Joko Winterscheidt – bei einem Produkt für Geschäftskunden relativ wenig, zumindest dieser Marketing-Coup ist verpufft. Fraglich ist, wie viele Pivots die Investoren mitmachen und wie lange das Geld für das neue Produkt reicht.

Bild: GoButler